Keyword-Recherche
Keyword-Recherche ist die systematische Ermittlung der Suchbegriffe, mit denen mögliche Kunden nach einem Angebot suchen, einschließlich der Einschätzung von Suchvolumen, Wettbewerb und der Absicht hinter der Suche. Das Ergebnis ist eine Zuordnung: welcher Begriff auf welche Seite einer Website gehört.
Was eine Keyword-Recherche beantwortet
Sie beantwortet drei Fragen, und zwar in dieser Reihenfolge:
- Welche Worte benutzen Kunden tatsächlich? Ein Betrieb schreibt „Sanitärinstallation”, gesucht wird „Wasserhahn tropft”. Beide Seiten reden über dasselbe, nur eben nicht in derselben Sprache.
- Was steckt hinter der Suche? „Was kostet eine Website” ist eine Informationssuche. „Webdesign Agentur Strausberg” ist eine Anbietersuche. Für beide braucht es unterschiedliche Seitentypen.
- Wer steht bereits auf den vorderen Plätzen? Wenn dort ausschließlich Vergleichsportale und Wikipedia stehen, ist der Begriff für eine kleine Firmenwebsite in der Regel keine sinnvolle Wahl.
Erst wenn diese drei Punkte geklärt sind, lohnt sich das Schreiben. Alles andere ist Raten mit nachträglicher Begründung.
Die vier Kennzahlen — und was sie wert sind
| Kennzahl | Was sie sagt | Woran Sie denken sollten |
|---|---|---|
| Suchvolumen | Wie oft ein Begriff im Monat gesucht wird | Alle Werte sind Schätzungen und stark gerundet. Nutzen Sie sie für Reihenfolgen, nicht für Prognosen. |
| Suchintention | Ob jemand sich informieren, vergleichen oder kaufen will | Steht in keinem Tool. Sie erkennen sie nur daran, welche Art von Seiten Google für den Begriff bereits anzeigt. |
| Wettbewerb | Wie schwer der Begriff umkämpft ist | Viele Tools leiten diesen Wert aus Anzeigendaten ab. Er sagt damit eher etwas über den Werbemarkt als über die organischen Ergebnisse. |
| Geschäftswert | Was eine Anfrage über diesen Begriff für Sie wert ist | Liefert kein Tool. Diese Einschätzung müssen Sie selbst treffen — sie ist die wichtigste der vier. |
Die letzte Zeile ist der Grund, warum Keyword-Listen aus Tools selten direkt brauchbar sind. Ein Begriff mit geringem Volumen, der zuverlässig zu Anfragen führt, schlägt jeden Begriff mit großem Volumen und diffuser Absicht.
Von der Liste zur Seitenstruktur
Eine Recherche ist erst fertig, wenn jeder Begriff eine Adresse hat. Die Regel dafür ist simpel: ein Thema, eine Seite.
- Begriffe, die dieselbe Frage meinen („Website erstellen lassen”, „Webseite machen lassen”), gehören auf eine Seite. Zwei Seiten zum selben Thema konkurrieren miteinander, und Google entscheidet dann selbst, welche es zeigt — meist nicht die, die Sie gemeint haben.
- Begriffe mit Informationsabsicht gehören in Ratgeberbeiträge, Begriffe mit Kaufabsicht auf Leistungs- oder Landingpages.
- Ortsbezogene Begriffe brauchen eigene Seiten mit echtem lokalem Inhalt, nicht denselben Text mit ausgetauschtem Ortsnamen. Mehr dazu unter Local SEO.
Aus dieser Zuordnung ergibt sich anschließend die konkrete Arbeit an der Seite selbst — Titel, Überschriften, Text, interne Verlinkung. Das ist OnPage-Optimierung, und ohne saubere Recherche davor optimiert man dabei ins Leere.
Vier Fehler, die immer wieder passieren
- Nach dem eigenen Sprachgebrauch suchen. Fachbegriffe aus der Branche werden von Kunden oft gar nicht verwendet.
- Volumen mit Nachfrage verwechseln. Hohes Suchvolumen bedeutet nicht, dass diese Menschen kaufen wollen.
- Die Suchergebnisse nicht ansehen. Wenn Google für einen Begriff nur Videos oder Shops zeigt, wird ein Textbeitrag dort nicht platziert.
- Die Recherche nach dem Text machen. Dann wird sie zur Rechtfertigung statt zur Grundlage.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für kleinere Unternehmen finden Sie im Beitrag Keyword-Recherche für KMU. Wenn Sie die Recherche nicht selbst machen möchten, ist sie bei uns Bestandteil der laufenden SEO-Betreuung — die Konditionen stehen offen auf der Seite Preise.
Häufige Fragen zu Keyword-Recherche
Wie viele Keywords brauche ich?
Weniger, als die meisten Tools ausspucken. Für eine kleine Firmenwebsite reichen oft 10 bis 20 Begriffe, die jeweils einer Seite fest zugeordnet sind. Wichtiger als die Anzahl ist, dass jeder Begriff eine Seite hat, die ihn wirklich beantwortet.
Sind Keywords mit wenig Suchvolumen wertlos?
Nein, oft ist das Gegenteil der Fall. Ein Begriff mit 20 Suchanfragen im Monat, hinter dem eine klare Kaufabsicht steht, ist für einen Handwerksbetrieb meist mehr wert als ein allgemeiner Begriff mit hohem Volumen. Entscheidend ist, wie nah die Suche an einer Anfrage liegt.
Welche Tools brauche ich für die Recherche?
Für den Einstieg genügen die Google-Suche selbst, die Autovervollständigung, die verwandten Suchanfragen am Seitenende und die Google Search Console für bereits bestehende Sichtbarkeit. Kostenpflichtige Tools liefern zusätzlich Volumenschätzungen und Wettbewerbsdaten, ersetzen aber nicht den Blick in die echten Suchergebnisse.
Wie oft sollte ich die Recherche wiederholen?
Eine gründliche Recherche trägt in der Regel ein bis zwei Jahre. Sinnvoll ist ein Nachschärfen, wenn Sie neue Leistungen aufnehmen, in eine neue Region gehen oder wenn die Search Console zeigt, dass Sie für Begriffe gefunden werden, an die Sie nicht gedacht hatten.
Zuletzt geprüft am 16. September 2026 von Marek Stein, Inhaber von nova.02:media.