Website-Relaunch-Checkliste: ohne Ranking-Verlust.
40 Punkte in 10 Phasen — von der Redirect-Map bis zum Go-Live-Monitoring. Damit Ihr Relaunch Besucher und Google-Rankings behält statt sie zu verlieren.
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Der häufigste Fehler: alte URLs fallen beim Relaunch auf 404 — und mit ihnen Rankings und Backlinks. Punkt 3 (301-Redirects) ist deshalb der wichtigste Teil. Diese Checkliste ist ein Praxis-Leitfaden, keine Garantie.
Was ist ein Website-Relaunch?
Bei einem Website Relaunch wird eine bestehende Website grundlegend überarbeitet: neues Webdesign, neue Technik oder ein neues Content-Management-System (CMS), oft auch eine neue URL-Struktur und Navigation. Anlass ist meist, dass die bisherige Website optisch veraltet ist, auf dem Smartphone schlecht funktioniert, zu lange Ladezeiten hat oder keine Anfragen mehr bringt. Der Relaunch ist eine Chance für mehr Sichtbarkeit bei Google, eine bessere User Experience und mehr Umsatz – aber nur, wenn die SEO-Aspekte von Anfang an mitgedacht werden. Wer die alte Website einfach abschaltet und die neue Website live stellt, riskiert die bestehenden Rankings und den organischen Traffic, den die Seite über Jahre aufgebaut hat.
Website-Relaunch planen: Bestandsaufnahme, Projektplan, Livegang
Einen Website Relaunch erfolgreich umzusetzen, ist vor allem eine Frage guter Planung. Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme der bestehenden Website: Welche Seiten bringen Rankings und Traffic, welche haben Backlinks, welche erzeugen Anfragen? Die Google Search Console zeigt, über welche Suchbegriffe die Seiten bisher gefunden werden und welche Adressen Traffic generiert haben. Diese Seiten dürfen beim Relaunch nicht verloren gehen.
Darauf baut der Projektplan auf: Informationsarchitektur, URL-Struktur, Content-Strategie und SEO-Strategie, die technische Umsetzung, Tests und der Termin für den Livegang. Je nach Umfang und Komplexität – etwa bei mehreren Standorten oder Sprachen – dauert das wenige Wochen bis mehrere Monate. Behalten Sie dabei die Customer Journey im Blick: Die Navigation der neuen Website soll Besucher schneller ans Ziel führen, nicht nur moderner aussehen.
Für die Suchmaschinenoptimierung entscheidend ist der Moment, in dem die neue Seite live gehen soll. Jede alte Adresse wird per 301-Redirect auf die passende neue URL weitergeleitet, die Testumgebung per robots.txt oder Passwort gesperrt und die Sperre beim Go-Live wieder entfernt. Danach zeigt das Monitoring der SEO-Performance, ob Sie Rankings verlieren oder ob sie stabil bleiben. Die Checkliste unten führt Sie durch alle Phasen – von der Vorbereitung sowie Launch und Monitoring bis zur Optimierung nach dem Livegang.
1. Vorbereitung & Ziele
- Ziel des Relaunch klar definiert (Design, Technik, SEO, Conversion)
- Messbare KPIs festgelegt (Rankings, Traffic, Anfragen) – Ausgangswerte gesichert
- Vollständiges Backup der alten Seite (Dateien + Datenbank)
- Staging-/Testumgebung für Suchmaschinen gesperrt (noindex / Passwort)
2. Content- & URL-Inventar
- Alle bestehenden URLs erfasst (Crawl + Sitemap + Search Console)
- Top-Seiten nach Traffic & Backlinks markiert (nicht verlieren!)
- Inhalte mit Ranking-Wert übernommen statt gelöscht
- Alte Seiten ohne Wert bewusst entfernt und für Redirects notiert
3. URLs & 301-Redirects (kritisch)
- Jede alte URL einer neuen Ziel-URL zugeordnet (1:1-Redirect-Map)
- Permanente 301-Weiterleitungen statt 302 oder Soft-404
- Keine Redirect-Ketten (alt → neu, nicht alt → x → neu)
- Subdomains/HTTP/„www" sauber auf die Zielversion geleitet
4. SEO-Elemente übernehmen
- Title-Tags & Meta-Descriptions übertragen/verbessert
- Überschriftenstruktur (eine H1, saubere H2/H3) erhalten
- Strukturierte Daten (Schema.org) neu gesetzt & geprüft
- Bilder mit Alt-Texten, sprechende Dateinamen
5. Technik & Performance
- Mobil-optimiert (responsive, gute Bedienbarkeit)
- Core Web Vitals grün (LCP, CLS, INP) – schnelle Ladezeit
- Saubere interne Verlinkung, keine toten Links
- Canonical-Tags korrekt, keine Duplicate-URLs (mit/ohne Slash)
6. Tracking & Tools
- Analytics & Conversion-Tracking auf der neuen Seite aktiv
- Search Console & Bing Webmaster für die neue Version eingerichtet
- Consent-Management übernommen (Tracking erst nach Einwilligung)
- Neue XML-Sitemap erstellt
7. Recht & Sicherheit
- Impressum & Datenschutzerklärung aktuell und verlinkt
- Cookie-Consent (TTDSG) korrekt eingebunden
- SSL/TLS aktiv – komplette Seite über HTTPS
- DSGVO-Punkte geprüft (siehe DSGVO-Website-Checkliste)
8. Test vor dem Go-Live
- Redirect-Map auf Staging getestet (Stichproben + Top-URLs)
- Formulare, Buttons, Checkout & Telefon-/Mail-Links funktionieren
- Darstellung in Chrome, Firefox, Safari + auf dem Smartphone geprüft
- 404-Seite vorhanden und hilfreich gestaltet
9. Go-Live
- noindex/Sperre der neuen Seite entfernt – Indexierung erlaubt
- robots.txt korrekt, Sitemap in der Search Console eingereicht
- Wichtige Seiten zur Indexierung angefordert
- SSL & Redirects in Produktion live geprüft
10. Nach dem Go-Live (Monitoring)
- Crawl-Fehler & 404 in der Search Console täglich beobachten (erste 2–4 Wochen)
- Rankings & Traffic gegen die Ausgangswerte verglichen
- Verbliebene 404 mit Backlinks per 301 nachträglich umgeleitet
- Indexabdeckung geprüft – alle wichtigen Seiten im Index
Rankings nach dem Relaunch verloren — was jetzt zu tun ist
Die Seite ist live, und zwei Wochen später ist der Traffic eingebrochen. Das ist der Moment, in dem die meisten anfangen, hektisch am Text zu schrauben — und genau das hilft nicht. Arbeiten Sie stattdessen diese Reihenfolge ab, sie deckt die Ursachen in der Häufigkeit ab, in der sie auftreten.
- Prüfen, ob die Seite überhaupt indexiert werden darf. Der mit Abstand häufigste Totalausfall
ist die Sperre von der Testumgebung, die mit live gegangen ist: ein
noindexim Quelltext oder einDisallow: /in der robots.txt. Beides ist in fünf Minuten geprüft und behoben — und wenn es das war, kommt der Traffic auch wieder. - Die 404-Liste in der Search Console gegen die alten Adressen halten. Unter „Seiten" stehen die nicht gefundenen URLs. Jede alte Adresse, die Besucher oder Verlinkungen hatte, braucht eine Weiterleitung auf die inhaltlich passende neue Seite.
- Keine Sammelweiterleitung auf die Startseite. Wer hundert alte Adressen pauschal auf die Startseite leitet, bekommt keine Rankings zurück: Google wertet eine Weiterleitung auf eine Seite ohne inhaltlichen Bezug faktisch wie einen Fehler. Lieber eine Weiterleitung weniger, dafür auf den richtigen Artikel.
- Canonical-Angaben kontrollieren. Nach einem Umzug zeigen sie erstaunlich oft noch auf die Testdomain. Dann sagt jede Seite der Suchmaschine, das Original stehe woanders.
- Weiterleitungsketten auflösen. Alt → Zwischenstufe → Neu funktioniert für Besucher, kostet aber Zeit und Signalstärke. Jede alte Adresse sollte in einem Schritt am Ziel sein.
- Interne Links und Sitemap nachziehen. Menü, Footer und Textlinks zeigen nach einem Relaunch häufig noch auf alte Adressen. Die neue Sitemap einreichen, die alte entfernen.
Die Fehler, die beim Relaunch am meisten kosten
Technik ist nur die eine Hälfte. Diese Punkte sehen wir bei Relaunches am häufigsten — und sie fallen erst auf, wenn die Zahlen schon unten sind:
- Titel und Beschreibungen neu getextet. Die neue Fassung klingt schöner, enthält aber die Begriffe nicht mehr, für die die Seite gefunden wurde. Vor dem Umschreiben nachsehen, worüber die Seite bisher gefunden wurde.
- Inhalte gekürzt. Das neue Design wirkt aufgeräumter, weil die Hälfte des Textes fehlt. Damit beantwortet die Seite weniger Fragen als vorher — und rankt entsprechend schlechter.
- Seiten zusammengelegt. Aus fünf Leistungsseiten wird eine. Damit verschwinden vier Themen, zu denen es vorher eigene Treffer gab.
- Bild-Adressen geändert, ohne weiterzuleiten. Wer Traffic aus der Bildersuche hatte, verliert ihn komplett.
- Ladezeit schlechter als vorher. Große Bilder, mehrere Schriften, zusätzliche Skripte — die neue Seite sieht besser aus und lädt langsamer.
- Kein Vorher-Wert festgehalten. Ohne gesicherte Ausgangszahlen lässt sich später nicht einmal sagen, ob überhaupt etwas verloren ging.
Woran Sie den Erfolg des Relaunches messen
Eine Anleitung für einen erfolgreichen Relaunch endet nicht mit dem Go-Live. Ob sich die Überarbeitung gelohnt hat, zeigt der Vergleich mit den Werten der alten Website: Bleibt der organische Traffic stabil, ranken die wichtigsten Seiten weiter, kommen genauso viele oder mehr Anfragen? Erst dann ist aus dem Relaunch eine erfolgreiche Website geworden – und zwar eine von vielen erfolgreichen Websites, die vorher sauber geplant wurden. Website Relaunches scheitern selten an der Technik, sondern daran, dass niemand nachmisst. Gute Planung heißt deshalb auch: Messpunkte vorher festlegen und nach vier und nach zwölf Wochen prüfen.
Ein paar Details entscheiden darüber, ob die neuen Seiten im Bereich SEO langfristig erfolgreich sind und gut performen: Alt-Texte für Bilder übernehmen, alte Bild-Adressen weiterleiten, interne Links aktualisieren. Wer mehrere Standorte oder Sprachen hat, braucht für jede Variante eine eigene, saubere Zuordnung. Und auch das Online Marketing muss nachziehen: Anzeigen, Newsletter und Firmenprofile verlinken oft noch auf Adressen der alten Website. Nutzen Sie die Checkliste für den Relaunch oben als Abhakliste – Punkt für Punkt.
Wie lange dauert es, bis die Rankings zurück sind?
Schwankungen in den ersten zwei bis vier Wochen sind normal: Die Suchmaschine muss jede geänderte Adresse neu crawlen und zuordnen. Bei kleineren Seiten hat sich das erfahrungsgemäß nach zwei bis vier Wochen eingependelt, bei umfangreichen Seiten kann es zwei bis drei Monate dauern.
Entscheidend ist die Richtung: Wenn die Zahlen nach vier Wochen langsam wieder steigen, war es der normale Übergang. Wenn sie nach acht Wochen immer noch unten sind, liegt es nicht daran, dass Google Zeit braucht — dann ist ein Fehler aus der Liste oben noch drin. Ab diesem Punkt lohnt es sich, gezielt zu suchen statt weiter abzuwarten.
Hilfreich? Sie dürfen diese Checkliste gern verlinken oder im Team teilen: https://nova02.de/website-relaunch-checkliste/
Stand: 2026-10-16 · siehe auch: DSGVO-Website-Checkliste
Relaunch geplant?
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