Landingpage
Eine Landingpage ist eine eigenständige Webseite, die Besucher aus einer bestimmten Quelle — meist einer Anzeige, einer E-Mail oder einem Suchergebnis — empfängt und auf genau eine Handlung ausrichtet, etwa eine Anfrage, eine Terminbuchung oder einen Download. Anders als die Startseite verzichtet sie bewusst auf Navigation und Nebenwege.
Wofür eine Landingpage gebaut wird
Eine Landingpage verfolgt genau ein Ziel: die Handlung, für die Sie den Besuch bezahlt oder erarbeitet haben. Anfrage, Rückruf, Terminbuchung, Download. Alles, was davon wegführt, darf fehlen — Hauptmenü, Querverweise, die zehn anderen Leistungen.
Das ist der Unterschied zur Startseite. Eine Startseite hält viele Wege offen, weil sie nicht weiß, wer gerade kommt. Eine Landingpage weiß es: Sie kennt die Quelle, den Anlass und die Erwartung des Besuchers — und macht einen einzigen Weg so überzeugend, dass der Rest nicht mehr gebraucht wird.
Sinnvoll ist das überall dort, wo Herkunft und Absicht bekannt sind:
- Bezahlte Anzeigen. Wer auf eine Anzeige für „Dachsanierung” klickt, sucht genau das — und nicht die Startseite eines Betriebs mit sechs Gewerken. Wie das im Zusammenspiel mit Kampagnen aussieht, steht unter Google Ads.
- E-Mail-Strecken. Der Empfänger kennt Sie bereits. Die Seite muss nur noch den letzten Schritt abnehmen.
- Ein klar umrissenes Angebot, das auf der normalen Website untergehen würde: ein Aktionszeitraum, ein Termin, ein Leitfaden zum Download.
Was auf die Seite gehört
Die Reihenfolge ist wichtiger als der Umfang. Menschen lesen von oben nach unten und steigen aus, sobald eine Frage offenbleibt.
| Baustein | Aufgabe |
|---|---|
| Überschrift | Nimmt das Versprechen der Anzeige wörtlich auf. Weicht sie davon ab, fühlt sich der Besucher falsch gelandet. |
| Erster Absatz | Sagt in zwei Sätzen, was Sie anbieten, für wen und was es kostet oder ungefähr kostet. |
| Nachweis | Referenzen, Bewertungen, Projektzahlen, Zertifikate — überprüfbar, nicht behauptet. |
| Ablauf | Was passiert nach dem Absenden? Wer meldet sich, wann, mit welchem nächsten Schritt? |
| Einwände | Die drei Fragen, die Ihnen am Telefon am häufigsten gestellt werden, schriftlich beantwortet. |
| Formular | So kurz wie möglich. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Abschlüsse. |
| Handlungsaufruf | Mehrfach auf der Seite, immer mit derselben Formulierung. |
Dazu kommt das, was man nicht sieht: Die Seite muss auf dem Handy schnell nutzbar sein. Ladezeit ist bei bezahltem Traffic keine Technikfrage, sondern eine Kostenfrage — jede Sekunde Wartezeit ist bezahlte Aufmerksamkeit, die niemand mehr sieht.
Wann sich eine eigene Seite lohnt — und wann nicht
Eine Landingpage lohnt sich, wenn drei Dinge zusammenkommen: Sie geben Geld oder Reichweite für den Besuch aus, das Angebot ist klar abgegrenzt, und Sie können messen, was passiert. Fehlt einer dieser Punkte, bauen Sie eine Seite, über die Sie später nichts aussagen können.
Wenig Sinn ergibt sie in zwei Fällen. Erstens bei sehr geringen Besucherzahlen: Wer im Monat eine Handvoll Klicks bekommt, wird aus keiner Zahl je ablesen, ob Variante A oder B besser war — dort bringt Sichtbarkeit mehr als Feinschliff. Zweitens als Ersatz für eine schwache Website: Wenn die eigentliche Seite langsam, unklar oder veraltet ist, verschiebt eine Landingpage das Problem nur. Dann ist ein Webdesign-Projekt der ehrlichere Weg.
Die häufigsten Fehler
Bruch zwischen Anzeige und Seite. In der Anzeige steht ein Preis, auf der Seite steht „individuelles Angebot”. Der Besucher ist weg, bevor er scrollt.
Zu viele Ziele. Anfrageformular, Newsletter, Downloadangebot und Telefonnummer gleichzeitig. Jede zusätzliche Möglichkeit verwässert die eigentliche.
Formular als Hürde. Firmenname, Umsatz, Branche, Wunschtermin — alles abgefragt, bevor überhaupt Vertrauen da ist. Fragen Sie nur ab, was Sie für den nächsten Schritt wirklich brauchen.
Keine Messung. Ohne Zielvorhaben im Analyse-Tool bleibt die Conversion-Rate unbekannt, und jede Diskussion über Verbesserungen ist Geschmackssache.
Eine einzelne Landingpage ist selten das Ende. Sobald die Entscheidung länger dauert als einen Besuch, gehört sie in eine mehrstufige Strecke — siehe Sales Funnel. Wenn Sie wissen möchten, woran Ihre bestehende Seite scheitert, hilft die Conversion-Optimierung weiter: erst messen, dann ändern.
Häufige Fragen zu Landingpage
Was ist der Unterschied zwischen Landingpage und Startseite?
Die Startseite muss viele Fragen gleichzeitig beantworten und viele Wege offenhalten — Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt. Eine Landingpage hat genau ein Ziel und lässt alles weg, was davon ablenkt. Beides schließt sich nicht aus: Die Website bleibt Ihr Auftritt, die Landingpage ist die Seite daneben, auf die Anzeigen und Kampagnen laufen.
Braucht jede Anzeige eine eigene Landingpage?
Eine eigene Seite braucht jedes klar abgegrenzte Angebot, nicht jede einzelne Anzeige. Entscheidend ist, dass Überschrift und Versprechen der Seite zu dem passen, was in der Anzeige stand. Wer zehn Anzeigen für dieselbe Leistung schaltet, kommt mit einer Seite aus; wer drei völlig verschiedene Leistungen bewirbt, braucht drei Seiten.
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
So lang, wie es dauert, die offenen Fragen zu beantworten — nicht kürzer und nicht länger. Bei einem günstigen, selbsterklärenden Angebot reichen wenige Abschnitte. Bei einer erklärungsbedürftigen Dienstleistung mit hohem Auftragswert braucht es Ablauf, Preisrahmen, Referenzen und Einwandbehandlung, sonst bricht der Besucher ab.
Kann ich eine Landingpage selbst bauen?
Technisch ja, jedes gängige System kann das. Der Aufwand steckt nicht im Bauen, sondern in Reihenfolge, Text und Messung: Was wird zuerst gezeigt, welcher Einwand wird wo entkräftet, und woran erkennen Sie hinterher, ob es funktioniert hat. Ohne sauberes Tracking bauen Sie eine Seite, über die Sie nichts lernen.
Zuletzt geprüft am 16. September 2026 von Marek Stein, Inhaber von nova.02:media.