Keyword-Recherche für KMU: In 6 Schritten zu den richtigen Suchbegriffen
07. Juli 2026
Viele KMU starten ihre SEO-Arbeit mit dem Schreiben von Texten oder dem Optimieren einzelner Seiten. Das fühlt sich produktiv an, führt aber oft ins Leere. Denn ohne eine saubere Keyword-Recherche weißt du gar nicht, ob überhaupt jemand nach dem sucht, worüber du schreibst. Genau deshalb steht die Keyword-Recherche am Anfang jeder ernsthaften Suchmaschinenoptimierung.
Für kleine und mittlere Unternehmen ist das besonders wichtig. Du arbeitest meist mit begrenzter Zeit und einem knappen Budget. Da kannst du es dir nicht leisten, Inhalte an den echten Fragen deiner Kunden vorbei zu produzieren. Eine gute Keyword-Recherche sorgt dafür, dass jede Seite und jeder Blogartikel auf eine echte Nachfrage einzahlt.
In diesem Artikel zeige ich dir in sechs Schritten, wie du die richtigen Suchbegriffe findest. Du erfährst, wie du Themen sammelst, sie mit Tools erweiterst, Suchvolumen und Schwierigkeit richtig einordnest, die Suchintention bestimmst und Keywords sinnvoll zu Themenclustern bündelst. Das Ziel ist kein riesiges Zahlenwerk, sondern eine klare Grundlage, mit der du planvoll arbeiten kannst.
Was Keyword-Recherche ist und warum sie am Anfang steht
Keyword-Recherche bedeutet, die Wörter und Fragen zu finden, mit denen deine Zielgruppe bei Google und anderen Suchmaschinen nach deinem Angebot sucht. Es geht dabei nicht nur um einzelne Begriffe, sondern um die dahinterliegende Absicht: Was will die Person gerade wissen, vergleichen oder erledigen?
Die Recherche steht deshalb am Anfang, weil sie fast alle weiteren Entscheidungen beeinflusst. Sie bestimmt, welche Seiten du überhaupt brauchst, welche Themen dein Blog abdecken sollte und wie du deine Inhalte strukturierst. Wer diesen Schritt überspringt, optimiert oft für Begriffe, die kaum jemand sucht, oder kämpft gegen große Wettbewerber um Keywords, die für ein KMU unrealistisch sind.
Eine gute Keyword-Recherche beantwortet drei Kernfragen:
- Wonach suchen meine Kunden wirklich? Nicht die Fachbegriffe aus deiner Branche zählen, sondern die Wörter, die echte Menschen eingeben.
- Wie stark ist der Wettbewerb um diese Begriffe? Manche Keywords sind für kleine Unternehmen fast nicht erreichbar, andere sind gut machbar.
- Was steckt hinter der Suche? Erst wenn du die Absicht kennst, kannst du eine Seite bauen, die wirklich passt.
Gerade in Verbindung mit einer sauberen OnPage-Optimierung entfaltet die Keyword-Recherche ihre Wirkung. Die Keywords geben die Richtung vor, die Onpage-Arbeit setzt sie auf der Seite um.
Schritt 1: Seed-Keywords und Themen sammeln
Der erste Schritt ist bewusst einfach: Sammle sogenannte Seed-Keywords. Das sind die grundlegenden Begriffe, die dein Angebot beschreiben. Sie bilden den Ausgangspunkt für alles Weitere.
Fang bei deinem eigenen Geschäft an. Notiere deine Leistungen, Produkte und Themengebiete so, wie ein Kunde sie benennen würde. Ein Maler in Potsdam schreibt zum Beispiel nicht nur “Beschichtungssysteme”, sondern auch “Wände streichen”, “Fassade streichen” oder “Maler Potsdam”. Die Kundensprache ist wichtiger als die interne Fachsprache.
Nutze für diesen Schritt mehrere Quellen:
- Deine eigenen Seiten und Angebote: Welche Leistungen bietest du an? Wie nennst du sie?
- Fragen deiner Kunden: Was fragen Interessenten am Telefon, per E-Mail oder im Beratungsgespräch?
- Deine Wettbewerber: Welche Begriffe und Überschriften nutzen andere Anbieter in deiner Region?
- Vertrieb und Support: Welche Formulierungen tauchen im Kundenkontakt immer wieder auf?
Am Ende dieses Schritts hast du eine Liste mit vielleicht zehn bis dreißig Themen und Grundbegriffen. Diese Liste muss noch nicht perfekt sein. Sie ist die Saat, aus der im nächsten Schritt viele konkrete Keywords entstehen.
Schritt 2: Keywords erweitern mit Tools und Google-Vorschlägen
Jetzt machst du aus wenigen Seed-Keywords viele konkrete Suchbegriffe. Das Gute daran: Google selbst liefert dir dafür viele Ideen, und das sogar kostenlos.
Nutze zuerst die Vorschläge direkt in der Suche:
- Google Autocomplete: Tippe dein Seed-Keyword ein und schau dir die automatischen Vervollständigungen an. Sie zeigen echte, häufige Suchanfragen.
- “Ähnliche Fragen”: In vielen Suchergebnissen findest du eine Box mit weiteren Fragen. Sie ist eine Goldgrube für Themen und Long-Tail-Keywords.
- Verwandte Suchanfragen: Ganz unten auf der Suchergebnisseite listet Google ähnliche Begriffe auf.
Zusätzlich helfen dir Keyword-Tools, die Vorschläge systematisch zu sammeln und mit Daten anzureichern. Es gibt kostenlose Einstiegslösungen und umfangreichere Werkzeuge für den professionellen Einsatz. Für den Start reicht oft eine Kombination aus einem einfachen Tool und den Google-Vorschlägen völlig aus.
Ein guter Trick sind Frageworte. Kombiniere deine Seed-Keywords mit “was”, “wie”, “warum”, “welche” oder “wo”. So findest du typische Informationsfragen, die sich gut für Blogartikel eignen. Ergänze außerdem regionale Begriffe, wenn du lokal arbeitest, etwa deinen Ort oder deine Region.
Am Ende dieses Schritts hast du eine deutlich längere Liste. Jetzt geht es darum, sie zu ordnen und zu bewerten.
Schritt 3: Suchvolumen und Keyword-Difficulty richtig verstehen
Zu jedem Keyword liefern Tools meist zwei zentrale Kennzahlen: das Suchvolumen und die Keyword-Difficulty. Der wichtigste Grundsatz lautet: Lies beide Werte immer gemeinsam. Einzeln betrachtet führen sie leicht zu falschen Entscheidungen.
Das Suchvolumen gibt an, wie oft ein Begriff im Schnitt gesucht wird. Ein hohes Volumen wirkt verlockend, bedeutet aber oft auch starken Wettbewerb. Außerdem sind diese Werte Schätzungen und schwanken. Behandle sie als grobe Orientierung, nicht als exakte Wahrheit.
Die Keyword-Difficulty schätzt, wie schwer es ist, für einen Begriff gut zu ranken. Sie berücksichtigt zum Beispiel, wie stark die aktuell platzierten Seiten sind. Ein hoher Wert heißt: Hier stehen etablierte, autoritäre Websites, gegen die ein junges KMU kaum ankommt.
Für kleine und mittlere Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Strategie:
- Hohes Volumen, hohe Schwierigkeit: Oft unrealistisch für den Anfang. Solche Begriffe sind langfristige Ziele.
- Mittleres Volumen, mittlere Schwierigkeit: Häufig ein guter Kompromiss mit echtem Potenzial.
- Kleineres Volumen, niedrige Schwierigkeit: Ideal für den Einstieg. Weniger Suchen, aber realistische Chancen und oft konkretere Absicht.
Denk auch daran, dass ein Keyword mit wenig Suchvolumen sehr wertvoll sein kann, wenn die Absicht stark kaufnah ist. Zehn Suchende, die konkret einen Anbieter suchen, sind mehr wert als hunderte, die nur allgemein stöbern.
Schritt 4: Suchintention bestimmen und aus der SERP ablesen
Der vielleicht wichtigste Schritt ist die Suchintention. Sie beschreibt, was eine Person mit ihrer Suche eigentlich erreichen will. Man unterscheidet meist vier Typen:
- Informational: Die Person will etwas wissen oder verstehen. Beispiel: “was ist keyword-recherche”.
- Kommerziell: Die Person vergleicht und recherchiert vor einer Kaufentscheidung. Beispiel: “beste crm software für kleine unternehmen”.
- Transaktional: Die Person will etwas tun oder kaufen. Beispiel: “steuerberater münchen beauftragen”.
- Navigational: Die Person sucht eine bestimmte Marke oder Seite. Beispiel: der Name eines konkreten Anbieters.
Die Absicht bestimmt, welche Art von Seite du brauchst. Für informationale Keywords passt ein Ratgeber oder Blogartikel. Für transaktionale Keywords brauchst du eine klare Leistungs- oder Produktseite mit Angebot und Kontaktmöglichkeit.
Am zuverlässigsten liest du die Suchintention direkt aus der SERP ab, also der Suchergebnisseite. Gib dein Keyword bei Google ein und schau dir genau an, was oben steht:
- Ranken vor allem Ratgeber und Blogartikel, ist die Absicht meist informational.
- Ranken vor allem Produkt- oder Leistungsseiten und Shops, ist die Absicht transaktional.
- Ranken Vergleichslisten und “Beste”-Artikel, ist die Absicht kommerziell.
Google zeigt dir mit den Top-Ergebnissen im Grunde, welche Art von Inhalt es für dieses Keyword als passend bewertet. Wenn du diese Erwartung ignorierst, wird es sehr schwer, gut zu ranken, selbst mit einem hervorragenden Text. Passe deine Seite also immer an die erkennbare Absicht an.
Schritt 5: Long-Tail- und lokale Keywords für KMU
Für kleine und mittlere Unternehmen liegt der größte Hebel oft nicht bei den kurzen, allgemeinen Begriffen, sondern bei Long-Tail-Keywords. Das sind längere, spezifischere Suchphrasen aus mehreren Wörtern.
Ein Beispiel: “webdesign” ist kurz, riesig umkämpft und in der Absicht unklar. “webdesign für handwerksbetriebe in brandenburg” ist länger, konkreter und deutlich besser erreichbar. Solche Long-Tail-Keywords haben zwar weniger Suchvolumen, dafür aber oft eine klarere Absicht und eine höhere Abschlusswahrscheinlichkeit.
Long-Tail-Keywords bringen für KMU mehrere Vorteile:
- Weniger Wettbewerb: Große Anbieter zielen oft auf die kurzen Hauptbegriffe. Bei spezifischen Phrasen hast du bessere Chancen.
- Klarere Absicht: Je genauer die Suche, desto besser kannst du die passende Antwort liefern.
- Bessere Conversion: Wer sehr konkret sucht, ist meist näher an einer Entscheidung.
Für lokale Anbieter kommen lokale Keywords dazu. Ergänze deine Begriffe um Ort, Region oder Stadtteil. Kombinationen wie “Leistung + Ort” sind für viele KMU die wertvollsten Keywords überhaupt, weil sie genau die Menschen ansprechen, die in deiner Nähe nach deinem Angebot suchen.
Sammle deshalb bewusst Varianten mit regionalem Bezug und plane eigene Seiten für deine wichtigsten Leistungen und Standorte. So deckst du die Suchen ab, bei denen du realistisch gewinnen kannst.
Schritt 6: Keywords zu Themenclustern bündeln und Kannibalisierung vermeiden
Am Ende hast du eine lange Keyword-Liste. Der letzte Schritt bringt Ordnung hinein: Du bündelst verwandte Keywords zu Themenclustern. Ein Cluster besteht aus einem Hauptthema und mehreren eng verwandten Begriffen und Fragen, die inhaltlich zusammengehören.
Für jedes Cluster gilt eine wichtige Regel: Pro Seite eine Hauptintention. Fasse Keywords, die dieselbe Absicht bedienen, auf einer starken Seite zusammen, statt für jede kleine Variante eine eigene Seite zu bauen. Begriffe wie “keyword-recherche”, “keyword-recherche anleitung” und “keyword-recherche kmu” beschreiben im Kern dieselbe Absicht und gehören daher auf eine Seite.
So vermeidest du Keyword-Kannibalisierung. Davon spricht man, wenn mehrere deiner eigenen Seiten um dasselbe Keyword konkurrieren. Google weiß dann nicht, welche Seite es bevorzugen soll, und im Ergebnis ranken oft beide schlechter. Statt sich zu stärken, schwächen sich deine Seiten gegenseitig.
Ein sauberer Aufbau sieht typischerweise so aus:
- Eine zentrale Hauptseite für das große Thema und die Hauptabsicht.
- Mehrere unterstützende Artikel für einzelne Fragen und Long-Tail-Keywords.
- Klare interne Links zwischen diesen Seiten, damit Google die Zusammenhänge erkennt.
Dokumentiere pro Seite das Hauptkeyword, die Nebenbegriffe und die Absicht. Diese kleine Keyword-Landkarte ist die Grundlage für deine gesamte Content-Planung. Wenn es später darum geht, ob deine Arbeit wirkt, hilft dir der Beitrag SEO-Erfolg messen dabei, die richtigen Kennzahlen im Blick zu behalten.
Keyword-Recherche und lokale Unternehmen
Für lokale Betriebe hat die Keyword-Recherche noch einmal eine eigene Bedeutung. Hier entscheidet oft nicht das größte Suchvolumen, sondern die regionale Nähe. Ein Kunde, der “Elektriker in meiner Nähe” oder “Elektriker Strausberg” sucht, ist häufig kurz vor der Kontaktaufnahme.
Achte bei lokalen Keywords besonders auf:
- Ortsnamen und Umgebung: Deine Stadt, angrenzende Orte und typische Stadtteile.
- “In der Nähe”-Suchen: Viele Menschen suchen mobil und ortsbezogen, ohne den Ort selbst zu tippen.
- Konkrete Leistungen plus Ort: Diese Kombinationen sind fast immer sehr kaufnah.
Diese lokalen Keywords zahlen direkt auf deine Sichtbarkeit in der Region ein und ergänzen deinen Auftritt in der lokalen Suche sinnvoll. Wer als KMU regional gefunden werden will, sollte lokale Keywords daher von Anfang an fest in die Recherche einplanen und nicht als Nebensache behandeln.
Fazit: Erst recherchieren, dann optimieren
Die Keyword-Recherche ist kein optionaler Vorabschritt, sondern das Fundament deiner gesamten SEO-Arbeit. Wer zuerst sauber recherchiert, produziert danach keine Inhalte ins Blaue, sondern Seiten, die auf echte Nachfrage treffen. Gerade für KMU mit begrenzten Ressourcen ist das der Unterschied zwischen verschwendeter Zeit und planbaren Anfragen.
Halte dich an die sechs Schritte: Sammle Seed-Themen, erweitere sie mit Tools und Google-Vorschlägen, lies Suchvolumen und Keyword-Difficulty gemeinsam, bestimme die Suchintention aus der SERP, setze auf Long-Tail- und lokale Keywords und bündle alles zu klaren Themenclustern mit je einer Hauptintention. Damit vermeidest du Kannibalisierung und baust eine Struktur, die auf Dauer trägt.
Meine klare Empfehlung: Fang mit einem einzigen Cluster an, das für dein Geschäft am wichtigsten ist. Recherchiere die passenden Keywords, prüfe die Suchintention und baue eine starke Hauptseite plus zwei bis drei unterstützende Artikel. Danach wiederholst du den Prozess Cluster für Cluster.
Wenn du bei der Recherche und der Umsetzung Unterstützung möchtest, hilft dir eine erfahrene SEO-Agentur dabei, die richtigen Prioritäten zu setzen. Du willst wissen, wo dein größtes Potenzial liegt? Dann hol dir ein kostenloses SEO-Audit oder vereinbare direkt ein Beratungsgespräch. So startest du deine SEO-Arbeit auf einer soliden, datenbasierten Grundlage.