404-Fehler in WordPress beheben: Seite nicht gefunden
23. Oktober 2026
Ein Kunde schreibt Ihnen, dass Ihre Leistungsseite nicht mehr funktioniert. Oder die Google Search Console meldet auf einmal Dutzende „Nicht gefunden (404)“-Einträge. Oder nach einem Umzug zeigt plötzlich jede Unterseite „Seite nicht gefunden“, nur die Startseite läuft noch.
Alle drei Fälle sehen gleich aus, haben aber unterschiedliche Ursachen. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, die richtige zu finden und sie zu beheben, ohne neue Fehler zu erzeugen.
Schritt 1: Herausfinden, wie viele Seiten betroffen sind
Die wichtigste Frage zuerst: Ist es eine Seite oder sind es alle?
- Startseite geht, alle Unterseiten zeigen 404 – das ist ein technisches Problem mit der Adressumschreibung. Weiter bei Schritt 2.
- Einzelne Seiten oder Beiträge zeigen 404, der Rest funktioniert – meist wurde eine Adresse geändert oder Inhalt gelöscht. Weiter bei Schritt 3.
- Die Search Console meldet 404-Seiten, Sie selbst bemerken nichts – das muss nicht einmal ein Fehler sein. Weiter bei Schritt 4.
Überlegen Sie außerdem, was sich zuletzt geändert hat: ein Umzug, ein neues Theme, ein Plugin, eine Änderung an den Permalinks oder ein Relaunch?
Schritt 2: Alle Seiten 404 außer der Startseite
WordPress speichert Seiten nicht als einzelne Dateien. Jede Adresse wie /leistungen/ wird vom Server an WordPress weitergereicht, das dann den passenden Inhalt lädt. Diese Weiterreichung regeln bei Apache-Servern die Datei .htaccess und das Server-Modul mod_rewrite. Fehlt eines davon, findet der Server zu jeder Unterseite nur „nichts“ – die Startseite funktioniert trotzdem, weil sie direkt aufgerufen wird.
Permalinks neu speichern. Melden Sie sich im Backend an, öffnen Sie Einstellungen → Permalinks und klicken Sie ohne Änderung auf Speichern. WordPress schreibt die Umschreibregeln dabei neu. In vielen Fällen ist das Problem damit schon gelöst.
.htaccess prüfen. Hilft das nicht, öffnen Sie per FTP oder im Dateimanager Ihres Hosters das Hauptverzeichnis der Website. Die Datei .htaccess ist versteckt; im FTP-Programm muss die Anzeige versteckter Dateien aktiv sein. Fehlt sie oder ist sie leer, kann WordPress sie oft beim Speichern der Permalinks neu anlegen – vorausgesetzt, die Schreibrechte erlauben das. Sonst zeigt WordPress unten auf der Permalink-Seite die Regeln an, die Sie von Hand eintragen. Sichern Sie eine vorhandene .htaccess vor jeder Änderung; dort stehen oft auch eigene Weiterleitungen oder Sicherheitsregeln.
mod_rewrite und Serverkonfiguration. Ist die .htaccess korrekt und die Seiten zeigen trotzdem 404, ist auf dem Server womöglich mod_rewrite nicht aktiv oder die Auswertung der .htaccess ist abgeschaltet. Läuft die Seite auf einem Nginx-Server, wird die .htaccess gar nicht gelesen; die Regeln gehören dann in die Serverkonfiguration. Beides können Sie meist nicht selbst ändern – wenden Sie sich an Ihren Hoster.
Lädt die Seite statt eines 404 endlos oder meldet der Browser „zu viele Weiterleitungen“, liegt ein anderes Problem vor – siehe ERR_TOO_MANY_REDIRECTS beheben.
Schritt 3: Einzelne Seiten zeigen 404
Funktioniert die Website ansonsten, ist meist eine dieser Ursachen schuld:
- Die Adresse wurde geändert. Wer die Titelform („Slug“, der letzte Teil der Adresse) einer Seite anpasst, ändert die URL. Alle alten Links – in Google, in E-Mails, auf anderen Websites – führen dann ins Leere.
- Die Seite wurde gelöscht oder in den Papierkorb verschoben.
- Die Seite ist nicht veröffentlicht, sondern als Entwurf oder privat gespeichert.
- Die Permalink-Struktur wurde umgestellt, zum Beispiel von Adressen mit Datum zu reinen Beitragsnamen. Dann sind auf einen Schlag alle Beitragsadressen anders.
- Ein Tippfehler im Link, etwa in einem Menü oder auf einer anderen Seite.
Die Lösung: 301-Weiterleitung setzen. Gibt es einen gleichwertigen Ersatz, leiten Sie die alte Adresse dauerhaft auf die neue um. Eine 301-Weiterleitung schickt Besucher automatisch weiter und zeigt Google, dass der Inhalt umgezogen ist.
Am einfachsten geht das mit dem kostenlosen Plugin Redirection: Plugin installieren, unter Werkzeuge → Redirection die alte Adresse als Quelle und die neue als Ziel eintragen, speichern, testen. Das Plugin kann außerdem aufgerufene 404-Adressen protokollieren – so sehen Sie, welche Links Besucher tatsächlich ins Leere führen. Manche SEO-Plugins bringen ebenfalls eine Weiterleitungsfunktion mit; nutzen Sie dann nur eine Stelle, damit sich Regeln nicht widersprechen.
Wichtig: Leiten Sie nicht pauschal alles auf die Startseite um. Gibt es keinen passenden Ersatz, ist ein 404 die ehrliche Antwort.
Schritt 4: 404 in der Google Search Console richtig einordnen
Die Search Console listet unter Seiten alle Adressen auf, die Google mit dem Status „Nicht gefunden (404)“ gefunden hat. Das wirkt alarmierend, ist es aber häufig nicht.
Nicht jeder 404 ist schlimm. Ein 404 ist die korrekte Antwort für eine Seite, die es nicht mehr gibt. Google findet solche Adressen über alte Links, frühere Sitemaps oder fehlerhafte Verlinkungen anderer Websites und prüft sie gelegentlich erneut. Das schadet Ihrer übrigen Website nicht.
Handeln sollten Sie, wenn:
- eine wichtige Seite betroffen ist, die Sie eigentlich noch anbieten – dann ist das ein echter Fehler;
- die Adresse früher Besucher oder Verlinkungen hatte und es einen passenden Ersatz gibt – dann 301-Weiterleitung setzen;
- die 404-Adresse in Ihrer eigenen Sitemap oder Ihrem Menü steht – dann den Link auf Ihrer Seite korrigieren.
Nach einer Korrektur können Sie in der Search Console über die URL-Prüfung eine erneute Prüfung anstoßen. Wie Sie neue oder korrigierte Seiten schneller in den Google-Index bringen, steht im Ratgeber Seiten schneller indexieren lassen.
Schritt 5: Eine hilfreiche eigene 404-Seite
Ganz vermeiden lassen sich 404-Fehler nie – Besucher vertippen sich, fremde Seiten verlinken falsch. Deshalb lohnt sich eine Fehlerseite, die weiterhilft, statt nur „Nicht gefunden“ anzuzeigen.
Eine gute 404-Seite:
- sagt freundlich und in einem Satz, dass die Seite nicht gefunden wurde;
- bietet eine Suchfunktion an;
- verlinkt die wichtigsten Seiten, etwa Leistungen und Kontakt;
- zeigt einen Kontaktweg, zum Beispiel Telefonnummer oder Formular;
- liefert technisch weiterhin den Status 404 – nicht 200 und keine Weiterleitung.
In den meisten Themes steuert die Datei 404.php diese Seite; viele Page-Builder und Block-Themes bieten eine eigene Vorlage dafür an.
Umsetzungsplan
Sofort
- Prüfen, ob nur einzelne Seiten oder alle Unterseiten betroffen sind.
- Bei allen Unterseiten: Einstellungen → Permalinks öffnen und ohne Änderung speichern.
- Bei einzelnen Seiten: prüfen, ob die Seite gelöscht, unveröffentlicht oder umbenannt wurde.
Danach
.htaccesssichern und prüfen, bei Bedarf mit den Regeln von der Permalink-Seite neu anlegen.- Hilft das nicht: beim Hoster klären, ob
mod_rewriteaktiv ist oder ein Nginx-Server läuft. - Für geänderte oder ersetzte Seiten 301-Weiterleitungen mit Redirection einrichten.
- In der Search Console die 404-Liste durchgehen: wichtige Seiten reparieren oder weiterleiten, den Rest unverändert lassen.
- Interne Links in Menüs und Texten korrigieren.
Vorbeugen
- Vor jeder Änderung an Seitennamen oder Permalink-Struktur eine Weiterleitung einplanen.
- Das 404-Protokoll von Redirection regelmäßig ansehen.
- Eine hilfreiche 404-Seite mit Suche, wichtigen Links und Kontakt einrichten.
- Updates und Kontrollen regelmäßig erledigen oder die Website-Pflege abgeben.
Wir bringen Ihre Seiten zurück
Zeigt Ihre Website nur noch Fehlerseiten, fehlen Ihnen die Zugangsdaten zum Server, oder ist nach einem Umzug unklar, welche Adressen wohin gehören? Wir finden die Ursache und beheben sie.
Wir übernehmen das für Sie
Schildern Sie kurz Ihre Situation – wir melden uns schnellstmöglich zurück.
Die WordPress-Notfall-Diagnose kostet 99 €. Oder rufen Sie direkt an: 0 33 41 - 35 66 146.
Häufige Fragen
Warum funktioniert nur noch die Startseite, alle anderen Seiten zeigen 404?
Dann liegt es fast immer an den Permalinks, also an der Art, wie WordPress Adressen umschreibt. Häufig fehlt die .htaccess-Datei, sie ist beschädigt, oder das Server-Modul mod_rewrite ist nicht aktiv – typisch nach einem Umzug oder Hosterwechsel. Oft hilft es schon, unter Einstellungen → Permalinks ohne Änderung auf Speichern zu klicken.
Sind 404-Fehler schlecht für mein Google-Ranking?
Nicht grundsätzlich. Seiten, die es nicht mehr gibt, dürfen einen 404-Status liefern – das ist korrekt. Problematisch wird es, wenn wichtige Seiten mit Besuchern oder Verlinkungen plötzlich nicht mehr erreichbar sind. Diese sollten Sie per 301-Weiterleitung auf eine passende neue Seite umleiten.
Was ist der Unterschied zwischen 404 und 301?
404 bedeutet: Unter dieser Adresse gibt es nichts. 301 bedeutet: Der Inhalt ist dauerhaft unter eine neue Adresse umgezogen, Besucher und Suchmaschinen werden automatisch dorthin geleitet. Eine 301-Weiterleitung ist sinnvoll, wenn es einen gleichwertigen Ersatz gibt.
Soll ich alle 404-Seiten auf die Startseite umleiten?
Nein. Pauschale Weiterleitungen auf die Startseite verwirren Besucher, die etwas Bestimmtes gesucht haben, und Google behandelt solche Weiterleitungen oft wie eine Fehlerseite. Leiten Sie nur dorthin um, wo es einen inhaltlich passenden Ersatz gibt. Alles andere darf 404 bleiben.
Brauche ich eine eigene 404-Seite?
Sie ist kein Muss, aber sinnvoll. Die meisten Themes bringen eine einfache Fehlerseite mit. Eine gut gemachte 404-Seite erklärt kurz, was passiert ist, und bietet Suche, wichtige Links und einen Kontaktweg an. So verlieren Sie Besucher nicht gleich wieder.