ERR_TOO_MANY_REDIRECTS: WordPress-Schleife beheben
23. Oktober 2026
Die Seite lädt kurz, dann zeigt der Browser nur noch eine Fehlermeldung: „Diese Seite funktioniert nicht – ihre-domain.de hat Sie zu oft weitergeleitet.“ Besucher sehen nichts, und oft kommen Sie auch selbst nicht mehr ins Backend.
Die Ursache ist fast immer eine Einstellung, keine kaputte Website. Inhalte gehen dabei nicht verloren. Es kommt nur darauf an, die Stelle zu finden, an der zwei Weiterleitungen gegeneinander arbeiten – und genau eine davon zu entfernen.
Schritt 1: Browser und Cookies ausschließen
Browser speichern Cookies und dauerhafte Weiterleitungen (301) zwischen. Dann kann die Schleife bei Ihnen weiterbestehen, obwohl die Seite längst repariert ist – oder sie tritt nur bei Ihnen auf.
- Öffnen Sie die Seite in einem privaten Fenster (Inkognito-Modus).
- Funktioniert sie dort, löschen Sie im normalen Browser Cookies und Cache für Ihre Domain.
- Tritt der Fehler auch im privaten Fenster auf, testen Sie ein anderes Gerät. Bleibt er bestehen, liegt die Ursache auf dem Server. Weiter mit Schritt 2.
Prüfen Sie nach jeder Änderung in den folgenden Schritten wieder im privaten Fenster – sonst testen Sie womöglich einen zwischengespeicherten Zustand.
Schritt 2: Die Weiterleitungskette sichtbar machen
Statt zu raten, schauen Sie sich an, wohin die Seite tatsächlich weiterleitet. In den Entwicklertools des Browsers (Taste F12, Reiter „Netzwerk“, Option „Log beibehalten“ aktivieren) sehen Sie jede einzelne Weiterleitung. Alternativ in der Kommandozeile:
curl -sIL https://ihre-domain.de | grep -iE "^(HTTP|location)"
Das Muster verrät die Ursache:
- https → http → https → … – Server oder Cloudflare und WordPress widersprechen sich beim Protokoll. Schritte 3 und 5.
- www → ohne www → www → … – unterschiedliche Angaben zur www-Variante. Schritte 3 und 4.
- Dieselbe Adresse leitet auf sich selbst – häufig eine Plugin-Regel oder ein Cache. Schritt 6.
- Schleife nur bei /wp-admin oder /wp-login.php – oft Cookies oder die hinterlegte Website-Adresse. Siehe auch WordPress-Login geht nicht.
Schritt 3: Adressen in der wp-config.php festschreiben
WordPress speichert zwei Adressen in der Datenbank: die WordPress-Adresse (siteurl) und die Website-Adresse (home). Steht dort noch http://, während der Server auf https:// umleitet, oder www, während der Server auf die Variante ohne www weiterleitet, entsteht die Schleife.
Kommen Sie nicht ins Backend, legen Sie die Adressen direkt fest. Öffnen Sie per FTP oder im Dateimanager des Hosters die Datei wp-config.php im Hauptverzeichnis und fügen Sie oberhalb von /* That's all, stop editing! */ ein:
define( 'WP_HOME', 'https://www.ihre-domain.de' );
define( 'WP_SITEURL', 'https://www.ihre-domain.de' );
Tragen Sie die Adresse genau so ein, wie die Seite im Browser erscheinen soll: mit https, mit oder ohne www, ohne Schrägstrich am Ende. Diese Werte haben Vorrang vor der Datenbank. Wichtig ist, dass sie zur Weiterleitung auf dem Server passen.
Hinter einem Proxy wie Cloudflare erkennt WordPress manchmal nicht, dass der Besucher https nutzt, und leitet erneut um. Dann hilft zusätzlich diese Zeile in der wp-config.php, ebenfalls oberhalb des genannten Kommentars:
if ( isset( $_SERVER['HTTP_X_FORWARDED_PROTO'] ) && $_SERVER['HTTP_X_FORWARDED_PROTO'] === 'https' ) {
$_SERVER['HTTPS'] = 'on';
}
Schritt 4: Die .htaccess prüfen
Auf Apache-Servern stehen Weiterleitungen meist in der Datei .htaccess im Hauptverzeichnis. Häufige Fehler: eine Regel für https und eine zweite für www, die sich gegenseitig auf die jeweils andere Variante schicken, oder doppelte Regeln, die über Jahre von verschiedenen Plugins und Personen hinzugefügt wurden.
- Benennen Sie die Datei in
.htaccess-altum. Sie ist versteckt – im FTP-Programm die Anzeige versteckter Dateien aktivieren. - Ist die Schleife weg, lag die Ursache in dieser Datei.
- Melden Sie sich an, öffnen Sie Einstellungen → Permalinks und klicken Sie ohne Änderung auf Speichern. WordPress legt eine neue Standard-
.htaccessan. - Übernehmen Sie aus der alten Datei nur die Regeln, die Sie wirklich brauchen – für https und www am besten in einer einzigen, eindeutigen Regel.
Läuft Ihre Seite auf einem Nginx-Server, gibt es keine .htaccess. Weiterleitungen stehen dann in der Serverkonfiguration oder werden im Kundenmenü des Hosters eingestellt. Prüfen Sie dort, ob eine https- oder www-Weiterleitung aktiv ist, die mit WordPress kollidiert.
Schritt 5: Cloudflare und SSL-Modus prüfen
Nutzen Sie Cloudflare, ist der SSL-Modus eine der häufigsten Ursachen. Im Modus „Flexible“ ist nur die Verbindung zwischen Besucher und Cloudflare verschlüsselt; Cloudflare holt die Seite per http von Ihrem Server. Leitet Ihr Server http auf https um, landet Cloudflare wieder bei sich selbst – endlos.
Die Lösung: Stellen Sie im Cloudflare-Dashboard unter SSL/TLS den Modus auf „Full“ oder besser „Full (strict)“. Voraussetzung ist ein gültiges SSL-Zertifikat auf Ihrem Server. Fehlt es oder ist es abgelaufen, hilft der Ratgeber SSL-Zertifikat abgelaufen.
Prüfen Sie außerdem, ob in Cloudflare zusätzlich eigene Weiterleitungsregeln oder „Always Use HTTPS“ aktiv sind, die mit Regeln auf dem Server doppelt arbeiten. Eine Weiterleitung an einer Stelle reicht.
Schritt 6: Plugins als Ursache ausschließen
Plugins, die selbst Weiterleitungen setzen, sind ein weiterer Klassiker: SSL-Plugins wie Really Simple SSL, Weiterleitungs-Plugins wie Redirection, SEO-Plugins mit Weiterleitungsfunktion, Cache-Plugins und Sicherheits-Plugins.
So deaktivieren Sie sie ohne Backend:
- Per FTP den Ordner
wp-content/pluginsöffnen. - Den Ordner des verdächtigen Plugins umbenennen, zum Beispiel
redirectioninredirection-aus. - Seite im privaten Fenster neu laden.
Wissen Sie nicht, welches Plugin es ist, benennen Sie den ganzen Ordner plugins um und aktivieren die Plugins danach einzeln wieder, bis der Fehler zurückkommt. Prüfen Sie im gefundenen Plugin die Weiterleitungsregeln, statt es dauerhaft abgeschaltet zu lassen. Leeren Sie zum Schluss den Cache des Cache-Plugins und, falls vorhanden, des Hosters.
Umsetzungsplan
Sofort
- Seite in einem privaten Fenster und auf einem anderen Gerät öffnen.
- Weiterleitungskette in den Entwicklertools oder per
curlansehen und das Muster notieren. - Vor jeder Änderung die betroffene Datei sichern.
Danach
WP_HOMEundWP_SITEURLin derwp-config.phpmit der richtigen Adresse setzen..htaccessumbenennen und über Einstellungen → Permalinks neu erzeugen.- Bei Cloudflare den SSL-Modus auf „Full“ oder „Full (strict)“ stellen.
- SSL-, Weiterleitungs- und Cache-Plugins per Ordnerumbenennung testen.
- Alle Caches leeren und im privaten Fenster erneut prüfen.
Vorbeugen
- Weiterleitungen für https und www an genau einer Stelle festlegen und dokumentieren.
- Bei Umstellungen auf https oder bei einem Hosterwechsel die Adressen in WordPress gleich mit anpassen.
- Vor neuen SSL- oder Weiterleitungs-Plugins prüfen, ob die Aufgabe nicht schon erledigt ist.
- Updates und Änderungen erst nach einer aktuellen Sicherung einspielen.
Wir beenden die Schleife für Sie
Kein FTP-Zugang zur Hand, kein Zugriff auf Cloudflare oder keine Lust, in der wp-config.php zu arbeiten? Wir finden die widersprüchliche Weiterleitung und stellen Ihre Seite wieder her.
Wir übernehmen das für Sie
Schildern Sie kurz Ihre Situation – wir melden uns schnellstmöglich zurück.
Die WordPress-Notfall-Diagnose kostet 99 € – mit Sicherung, Auslesen der Fehlerprotokolle und einem Festpreis-Angebot für die Reparatur; beauftragen Sie diese, wird der Betrag angerechnet. Oder rufen Sie direkt an: 0 33 41 - 35 66 146.
Häufige Fragen
Was bedeutet ERR_TOO_MANY_REDIRECTS?
Der Browser wird von einer Adresse zur nächsten geschickt und landet dabei immer wieder am Ausgangspunkt, etwa von http nach https und wieder zurück. Nach einer bestimmten Anzahl von Weiterleitungen bricht er ab und zeigt diese Meldung. Firefox nennt das „Die Seite leitet nicht richtig weiter“, Safari meldet „zu viele Umleitungen“.
Liegt der Fehler an meinem Browser?
Selten, aber es kommt vor. Veraltete Cookies oder eine zwischengespeicherte Weiterleitung können die Schleife im eigenen Browser am Leben halten, obwohl die Seite längst repariert ist. Testen Sie deshalb immer zuerst in einem privaten Fenster. Tritt der Fehler dort ebenfalls auf, liegt die Ursache auf dem Server oder in WordPress.
Warum tritt der Fehler nach der Umstellung auf https auf?
Weil bei der Umstellung oft an zwei Stellen gleichzeitig weitergeleitet wird, die sich widersprechen – zum Beispiel eine Regel in der .htaccess und ein SSL-Plugin, oder Cloudflare im Modus „Flexible“ und eine https-Weiterleitung auf dem Server. Auch eine in WordPress noch mit http hinterlegte Adresse reicht dafür aus.
Was hat Cloudflare mit dem Fehler zu tun?
Im SSL-Modus „Flexible“ verbindet sich Cloudflare per http mit Ihrem Server, auch wenn der Besucher https nutzt. Leitet Ihr Server http auf https um, schickt er Cloudflare zurück, Cloudflare fragt erneut per http an – die Schleife ist fertig. Abhilfe schafft der Modus „Full“ oder „Full (strict)“ mit einem gültigen Zertifikat auf dem Server.
Kann ich bei dieser Reparatur etwas kaputt machen?
Die hier beschriebenen Schritte – Datei umbenennen, Plugin-Ordner umbenennen, zwei Zeilen in der wp-config.php – lassen sich jeweils rückgängig machen. Sichern Sie trotzdem jede Datei, bevor Sie sie ändern. Vorsicht gilt bei direkten Änderungen in der Datenbank: Dort sollten Sie nur mit vorheriger Sicherung arbeiten.