WordPress PHP-Version aktualisieren – ohne Absturz
23. Oktober 2026
PHP ist die Programmiersprache, in der WordPress geschrieben ist. Sie läuft auf dem Server Ihres Hosters, und Sie wählen dort, welche Version Ihre Website nutzt. Viele Seiten laufen jahrelang auf derselben Version, weil niemand daran denkt – bis der Hoster eine Mail schickt oder eine Sicherheitslücke bekannt wird.
Das Umstellen ist kein großer Eingriff, wenn Sie es vorbereitet angehen. Unvorbereitet kann es dagegen die ganze Seite lahmlegen. Hier ist der sichere Weg.
Warum Sie die PHP-Version aktualisieren sollten
Sicherheit. Jede PHP-Version erhält nur für eine begrenzte Zeit Sicherheitsupdates vom PHP-Projekt. Danach werden neu entdeckte Lücken nicht mehr geschlossen. Wie schnell das ernst wird, zeigt die Lücke php2shell, die im Oktober 2026 bekannt wurde: Über sie lässt sich ohne Anmeldung Code auf dem Server ausführen. Repariert sind PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35. Für PHP 8.1 und älter liefert das PHP-Projekt keine offiziellen Updates mehr. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zu php2shell.
Der Hoster drängt. Hoster wollen keine ungeschützte Software auf ihren Servern betreiben. Sie kündigen deshalb Umstellungen an, stellen teils automatisch zu einem Stichtag um oder verlangen für den Weiterbetrieb alter Versionen einen Aufpreis. Wer selbst rechtzeitig umstellt, bestimmt den Zeitpunkt – und wird nicht von einer automatischen Umstellung überrascht.
Kompatibilität. WordPress, Plugins und Themes setzen mit der Zeit neuere PHP-Versionen voraus. Wer auf einer alten Version bleibt, bekommt irgendwann keine Updates mehr für seine Plugins.
Schritt 1: Aktuelle Version und Zustand prüfen
Öffnen Sie im WordPress-Backend Werkzeuge → Website-Zustand. WordPress zeigt dort Warnungen an, unter anderem wenn die PHP-Version veraltet ist. Im Reiter Bericht, Abschnitt Server, steht die genaue Version.
Notieren Sie außerdem:
- die WordPress-Version (unter Dashboard → Aktualisierungen),
- alle aktiven Plugins und das Theme,
- Plugins oder Themes, die seit Jahren kein Update mehr bekommen haben oder gekauft und nie aktualisiert wurden.
Diese letzte Gruppe ist das eigentliche Risiko. In der Plugin-Übersicht auf wordpress.org steht bei jedem Plugin, mit welcher WordPress-Version es zuletzt getestet wurde und wann das letzte Update erschien. Ein Plugin, das seit Jahren ruht, ist ein Kandidat für Probleme.
Schritt 2: WordPress, Plugins und Theme aktualisieren
Bevor Sie PHP anfassen, bringen Sie alles andere auf den aktuellen Stand – aber auf der alten PHP-Version. So trennen Sie die Fehlerquellen: Läuft danach alles, wissen Sie, dass die Updates nicht das Problem sind.
- Sicherung anlegen (siehe Schritt 3).
- WordPress aktualisieren.
- Plugins aktualisieren, bei vielen Plugins lieber in kleinen Gruppen.
- Theme aktualisieren. Haben Sie ein Child-Theme, bleibt es dabei unverändert.
- Website kurz durchklicken: Startseite, Kontaktformular, Shop, Login.
Plugins, die nicht mehr gepflegt werden, ersetzen Sie am besten jetzt durch eine Alternative oder entfernen sie, wenn sie nicht gebraucht werden.
Schritt 3: Vollständige Sicherung anlegen
Eine Sicherung umfasst Dateien und Datenbank. Nur beides zusammen erlaubt eine vollständige Wiederherstellung. Viele Hoster bieten im Kundenmenü eigene Sicherungen an, alternativ übernimmt ein Backup-Plugin das.
Wichtig: Speichern Sie die Sicherung nicht nur auf demselben Server, sondern zusätzlich an einem anderen Ort. Und prüfen Sie, ob sich die Sicherung im Ernstfall tatsächlich einspielen lässt – eine Sicherung, die niemand zurückspielen kann, hilft nicht.
Schritt 4: Auf einer Testumgebung prüfen
Am sichersten ist ein Test auf einer Kopie der Website, einer sogenannten Staging-Umgebung. Viele Hoster bieten das per Klick an. Dort stellen Sie die neue PHP-Version ein und prüfen in Ruhe:
- Lädt die Startseite ohne Fehler?
- Funktionieren Login und Backend?
- Lassen sich Seiten bearbeiten und speichern, auch mit dem Page-Builder?
- Kommen Mails aus dem Kontaktformular an?
- Läuft ein Shop inklusive Warenkorb und Kasse?
Gibt es keine Testumgebung, wählen Sie für die Umstellung einen ruhigen Zeitpunkt mit wenig Besuchern und planen Sie Zeit für die Kontrolle ein.
Schritt 5: Die Umstellung im Hoster-Menü
Die PHP-Version stellen Sie im Kundenmenü Ihres Hosters ein, meist in den Einstellungen zur Domain oder zum Webspace. Bezeichnungen wie „PHP-Version“, „PHP-Einstellungen“ oder „Laufzeitumgebung“ sind üblich. Bei manchen Hostern gilt die Einstellung für den ganzen Vertrag, bei anderen pro Domain.
- Neue Version auswählen – eine, die noch Sicherheitsupdates erhält.
- Speichern und einige Minuten warten, bis die Änderung greift.
- Website im privaten Browserfenster aufrufen, damit kein alter Cache stört.
- Unter Werkzeuge → Website-Zustand prüfen, ob die neue Version angezeigt wird.
- Die gleichen Punkte wie beim Test durchgehen: Startseite, Login, Formulare, Shop.
Leeren Sie danach den Cache eines Cache-Plugins und, falls vorhanden, beim Hoster.
Schritt 6: Fehlerbilder nach der Umstellung und der Rückweg
Typische Anzeichen, dass etwas nicht passt:
- „Es gab einen kritischen Fehler auf dieser Website“ oder eine weiße Seite – ein Plugin oder Theme bricht mit der neuen Version ab. WordPress schickt in diesem Fall oft eine Mail mit dem Namen des Verursachers an die Administrator-Adresse. Wie Sie dann vorgehen, steht im Ratgeber zum kritischen Fehler und weißen Bildschirm.
- Einzelne Funktionen fehlen, etwa ein Slider, ein Formular oder ein Bereich im Backend.
- Warnmeldungen oben auf der Seite, die vorher nicht da waren.
Der schnelle Rückweg: Stellen Sie im Hoster-Menü die vorherige PHP-Version wieder ein. Die Website läuft dann in der Regel wie zuvor. Das verschafft Zeit, um das betroffene Plugin zu aktualisieren, zu ersetzen oder reparieren zu lassen. Bleiben Sie aber nicht dauerhaft auf der alten Version, schon gar nicht auf PHP 8.1 oder älter.
Umsetzungsplan
Sofort
- Unter Werkzeuge → Website-Zustand die PHP-Version ablesen.
- Mit den sicheren Versionen abgleichen: 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 oder 8.2.35.
- Bei PHP 8.1 oder älter die Umstellung zeitnah einplanen.
Danach
- Vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank anlegen.
- WordPress, Plugins und Theme auf der alten PHP-Version aktualisieren.
- Ungepflegte Plugins ersetzen oder entfernen.
- Neue PHP-Version auf einer Testumgebung prüfen.
- Live umstellen, Cache leeren und die wichtigsten Funktionen kontrollieren.
- Bei Fehlern vorübergehend zurückstellen und die Ursache beheben.
Vorbeugen
- Die PHP-Version mindestens zweimal im Jahr prüfen.
- Bei PHP 8.2 den Wechsel vor dem 31. Dezember 2026 einplanen.
- Plugins nur aus gepflegten Quellen einsetzen.
- Updates und Kontrolle regelmäßig erledigen oder an die Website-Pflege abgeben.
Wir stellen PHP für Sie um
Wissen Sie nicht, ob Ihre Plugins die neue Version vertragen, fehlt Ihnen eine Testumgebung, oder ist die Seite nach der Umstellung schon ausgefallen: Wir prüfen die Kompatibilität, sichern die Website und übernehmen die Umstellung.
Wir übernehmen das für Sie
Schildern Sie kurz Ihre Situation – wir melden uns schnellstmöglich zurück.
Oder rufen Sie direkt an: 0 33 41 - 35 66 146.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, welche PHP-Version meine WordPress-Seite nutzt?
Im WordPress-Backend unter Werkzeuge → Website-Zustand, Reiter Bericht, Abschnitt Server. Dort steht die aktuell genutzte PHP-Version. Alternativ zeigt das Kundenmenü Ihres Hosters die eingestellte Version für Ihre Domain an.
Kann meine Website durch ein PHP-Update kaputtgehen?
Ja, das ist möglich. Alte Plugins oder Themes, die lange nicht aktualisiert wurden, nutzen manchmal Funktionen, die neuere PHP-Versionen nicht mehr kennen. Dann erscheint ein kritischer Fehler oder eine weiße Seite. Deshalb vorher Plugins und Theme aktualisieren, eine Sicherung anlegen und die neue Version möglichst zuerst auf einer Testumgebung prüfen.
Kann ich zur alten PHP-Version zurück, wenn etwas nicht funktioniert?
In der Regel ja. Die PHP-Version wird im Kundenmenü des Hosters eingestellt und lässt sich dort meist genauso schnell wieder zurückstellen. Das ist aber nur eine Übergangslösung, bis das Problem behoben ist – eine veraltete PHP-Version bleibt ein Sicherheitsrisiko.
Warum fordert mein Hoster mich auf, PHP zu aktualisieren?
Für ältere PHP-Versionen gibt es vom PHP-Projekt keine Sicherheitsupdates mehr. Hoster wollen ihre Server nicht mit ungeschützter Software betreiben und stellen deshalb um, teils automatisch zu einem Stichtag. Manche Hoster verlangen für den Weiterbetrieb alter Versionen einen Aufpreis.
Welche PHP-Version sollte ich jetzt nutzen?
Eine Version, die noch Sicherheitsupdates erhält, und zwar in der jeweils aktuellen Unterversion. Wegen der Sicherheitslücke php2shell sind das mindestens PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 oder 8.2.35. PHP 8.2 erhält nur noch bis zum 31. Dezember 2026 Updates – planen Sie dort den Wechsel gleich mit ein.