WordPress: Allowed memory size exhausted beheben
23. Oktober 2026
Die Meldung taucht oft unvermittelt auf: beim Hochladen eines Fotos, beim Speichern einer Seite im Baukasten, beim Plugin-Update oder einfach beim Aufruf des Backends. Manchmal steht sie als Text auf der Seite, manchmal sehen Sie nur einen weißen Bildschirm, den Hinweis auf einen kritischen Fehler oder einen Fehler 500. Die vollständige Meldung finden Sie dann im Fehlerprotokoll.
Die gute Nachricht: Dieser Fehler ist gut eingrenzbar. Er sagt genau, was passiert ist – es fehlt Speicher. Offen ist nur, ob das Limit zu niedrig ist oder ob etwas auf Ihrer Seite zu viel verbraucht.
Schritt 1: Die Meldung richtig lesen
Eine typische Meldung sieht so aus:
Fatal error: Allowed memory size of 134217728 bytes exhausted
(tried to allocate 20480 bytes) in /wp-content/plugins/beispiel/datei.php on line 123
Drei Angaben sind wichtig:
- Die erste Zahl ist das geltende Limit in Bytes. Teilen Sie zweimal durch 1024, erhalten Sie Megabyte: 134217728 Bytes sind 128 MB, 268435456 Bytes sind 256 MB, 67108864 Bytes sind 64 MB.
- „tried to allocate“ nennt nur das letzte Stück Speicher, das nicht mehr hineingepasst hat. Diese Zahl ist meist klein und sagt nichts über den Gesamtbedarf.
- Der Dateipfad zeigt, wo das Skript abgebrochen ist. Steht dort ein Ordner unter
wp-content/plugins/oderwp-content/themes/, haben Sie einen ersten Verdächtigen. Ganz sicher ist das nicht: Abgebrochen wird dort, wo der Speicher zufällig voll war – den Großteil kann zuvor ein anderer Teil verbraucht haben.
Vergleichen Sie die Zahl mit dem, was Sie erwarten. Steht dort ein auffällig niedriger Wert wie 40 oder 64 MB, ist das Limit schlicht zu knapp. Steht dort bereits 256 MB oder mehr, frisst eher etwas zu viel.
Schritt 2: Das WordPress-Limit in der wp-config.php setzen
WordPress hat zwei eigene Werte:
WP_MEMORY_LIMITgilt für die Website, wie Besucher sie sehen. Ohne eigene Angabe setzt WordPress hier 40 MB an, bei Multisite 64 MB.WP_MAX_MEMORY_LIMITgilt für den Administrationsbereich und speicherintensive Vorgänge wie die Bildbearbeitung. Standard ist 256 MB.
Wichtig: WordPress senkt ein höheres PHP-Limit nicht ab. Stellt Ihr Hoster bereits 256 MB bereit, gilt dieser Wert auch dann, wenn WP_MEMORY_LIMIT niedriger ist.
So setzen Sie die Werte:
- Verbinden Sie sich per FTP oder über den Dateimanager Ihres Hosters.
- Laden Sie die Datei
wp-config.phpaus dem Hauptverzeichnis herunter und legen Sie eine Sicherungskopie an. - Fügen Sie oberhalb von
/* That's all, stop editing! */diese Zeilen ein:
define( 'WP_MEMORY_LIMIT', '256M' );
define( 'WP_MAX_MEMORY_LIMIT', '512M' );
- Laden Sie die Datei wieder hoch und rufen Sie die Seite neu auf.
Achten Sie auf die exakte Schreibweise mit M und auf gerade Anführungszeichen. Ein Tippfehler in dieser Datei legt die ganze Seite lahm – dann spielen Sie einfach die Sicherung zurück.
Schritt 3: Das PHP-Limit beim Hoster anheben
Hilft Schritt 2 nicht, ist das PHP-Limit die Grenze. WordPress kann nur anfordern, was PHP erlaubt. Je nach Hoster gibt es drei Wege:
- Kundenmenü: Die meisten Hoster bieten eine Seite für PHP-Einstellungen, auf der Sie
memory_limitaus einer Liste wählen. Das ist der sicherste Weg. - php.ini: Auf eigenen Servern oder bei Hostern, die eine eigene
php.inierlauben, steht dort die Zeilememory_limit = 256M. - .user.ini: Bei vielen Shared-Hosting-Paketen legen Sie im Hauptverzeichnis eine Datei
.user.inimit derselben Zeile an. Änderungen daran greifen oft erst nach einigen Minuten, weil PHP die Datei zwischenspeichert.
Manche Anleitungen empfehlen zusätzlich eine Zeile in der .htaccess (php_value memory_limit). Das funktioniert nur bei bestimmten Server-Konfigurationen. Auf vielen Servern führt diese Zeile zu einem Fehler 500 – nutzen Sie lieber die Wege oben.
Prüfen Sie danach unter Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht → Server, ob das neue PHP-Speicherlimit angekommen ist.
Schritt 4: Die Grenze des Tarifs beachten
Jeder Hostingtarif hat eine Obergrenze, die Sie selbst nicht überschreiten können. Tragen Sie einen höheren Wert ein, wird er stillschweigend ignoriert oder auf das Maximum gekürzt. Welche Grenze für Ihr Paket gilt, steht in der Leistungsbeschreibung oder erfahren Sie beim Support.
Reicht das Maximum Ihres Tarifs nicht für den normalen Betrieb Ihrer Seite, gibt es zwei Möglichkeiten: einen größeren Tarif wählen oder die Seite verschlanken. Häufig ist das Zweite die bessere Lösung, denn hoher Speicherbedarf geht meist mit einer langsamen WordPress-Seite einher.
Schritt 5: Den eigentlichen Verbraucher finden
Ein höheres Limit beseitigt das Symptom. Kehrt der Fehler zurück oder brauchen Sie schon mehr als 256 MB, lohnt die Suche nach der Ursache. Typische Verbraucher:
- Ein Plugin oder Theme, das zu viele Daten auf einmal lädt oder einen Fehler mit Speicherleck hat. Häufig betroffen sind Seitenbaukästen, Statistik-, Backup- und Sicherheits-Plugins.
- Große Importe und Exporte, etwa Produktlisten im Shop oder umfangreiche CSV-Dateien.
- Bildverarbeitung: Beim Hochladen sehr großer Fotos erzeugt WordPress mehrere Bildgrößen. Ein Foto direkt aus der Kamera mit vielen Megapixeln braucht dabei deutlich mehr Speicher als die Datei auf der Festplatte groß ist.
- Backups, die die ganze Seite im Speicher zusammenpacken.
So grenzen Sie ein:
- Debug-Log einschalten. Fügen Sie in der
wp-config.phpoberhalb von/* That's all, stop editing! */ein – vorhandene Zeilen mitWP_DEBUGersetzen Sie dabei:
define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );
Fehler landen dann in der Datei wp-content/debug.log, ohne dass Besucher sie sehen. Lösen Sie den Fehler erneut aus und lesen Sie die letzten Einträge. Schalten Sie das Log danach wieder ab und löschen Sie die Datei, denn sie kann Pfade und interne Details enthalten.
- Den Zeitpunkt beachten. Tritt der Fehler nur beim Hochladen von Bildern auf, ist es die Bildverarbeitung. Tritt er nur beim Speichern im Baukasten auf, ist es der Baukasten.
- Plugins testweise abschalten. Benennen Sie per FTP den Ordner des verdächtigen Plugins unter
wp-content/plugins/um. Verschwindet der Fehler, haben Sie den Verursacher. Wissen Sie nicht, welches es ist, schalten Sie die Plugins einzeln nacheinander ab. - Speicherverbrauch messen. Kommen Sie ins Backend, zeigt das Plugin Query Monitor für jede Seite den Spitzenverbrauch an.
Für den Verursacher gibt es dann eine Lösung: Update, andere Einstellung, Ersatz durch ein schlankeres Plugin, Bilder vor dem Hochladen verkleinern oder große Importe in kleinere Pakete aufteilen.
Erscheint statt der Meldung nur „Es gab einen kritischen Fehler auf dieser Website“, hilft der Ratgeber zum kritischen Fehler und weißen Bildschirm beim Zugang über den Wiederherstellungsmodus.
Umsetzungsplan
Sofort
- Vollständige Meldung sichern: Limit in Bytes, Dateipfad, Zeitpunkt.
- Limit umrechnen: Bytes zweimal durch 1024 teilen ergibt Megabyte.
- Unter Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht das aktuelle PHP-Speicherlimit prüfen.
Danach
- PHP-Limit im Kundenmenü, in der
php.inioder.user.inianheben, zum Beispiel auf 256 MB. WP_MEMORY_LIMITundWP_MAX_MEMORY_LIMITin derwp-config.phpsetzen – vorher Sicherung anlegen.- Prüfen, ob die neuen Werte angekommen sind, und den Fehler erneut auslösen.
- Kommt er wieder: Debug-Log einschalten, Verursacher eingrenzen, Plugins einzeln abschalten.
- Debug-Log danach ausschalten und die Datei
debug.loglöschen.
Vorbeugen
- Bilder vor dem Hochladen auf eine sinnvolle Größe verkleinern.
- Ungenutzte Plugins löschen, nicht nur deaktivieren.
- Große Importe in Teilpakete aufteilen.
- Die Obergrenze Ihres Tarifs kennen und bei Bedarf rechtzeitig wechseln.
- Updates regelmäßig einspielen oder die Website-Pflege abgeben.
Wir finden, was den Speicher frisst
Kommen Sie nicht an die wp-config.php, erlaubt Ihr Tarif kein höheres Limit oder kehrt der Fehler trotz Erhöhung zurück: Wir übernehmen die Diagnose, finden den Verursacher und beheben ihn.
Wir übernehmen das für Sie
Schildern Sie kurz Ihre Situation – wir melden uns schnellstmöglich zurück.
Die WordPress-Notfall-Diagnose kostet 99 €. Oder rufen Sie direkt an: 0 33 41 - 35 66 146.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Allowed memory size of 134217728 bytes exhausted“?
Ein PHP-Skript Ihrer Website wollte mehr Arbeitsspeicher belegen, als erlaubt ist, und wurde deshalb abgebrochen. Die Zahl ist die Grenze in Bytes: 134217728 Bytes sind 128 MB. Die Angabe „tried to allocate“ dahinter nennt nur das letzte kleine Stück, das nicht mehr hineingepasst hat – nicht den Gesamtbedarf.
Wie viel Speicher braucht WordPress?
Eine schlanke Seite kommt mit wenig aus. WordPress setzt für das Frontend standardmäßig mindestens 40 MB an, für den Administrationsbereich bis zu 256 MB. Mit Seitenbaukästen, Shop-Plugins oder vielen Erweiterungen ist ein PHP-Limit von 256 MB ein gängiger Wert. Steigt der Bedarf deutlich darüber, sollten Sie nach dem Verursacher suchen statt immer weiter zu erhöhen.
Warum bleibt der Fehler, obwohl ich WP_MEMORY_LIMIT erhöht habe?
WordPress kann nur so viel Speicher anfordern, wie PHP auf Ihrem Server erlaubt. Liegt das PHP-Limit beim Hoster bei 128 MB, bewirkt ein höherer Wert in der wp-config.php nichts. Dann muss das PHP-Limit im Kundenmenü, in der php.ini oder in der .user.ini angehoben werden – sofern Ihr Tarif das zulässt.
Wo sehe ich, welches Speicherlimit aktuell gilt?
Im WordPress-Backend unter Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht. Im Abschnitt „Server“ steht das PHP-Speicherlimit, im Abschnitt „WordPress-Konstanten“ finden Sie WP_MEMORY_LIMIT und WP_MAX_MEMORY_LIMIT. Kommen Sie nicht ins Backend, zeigt das Kundenmenü des Hosters meist die PHP-Einstellungen.
Ist es gefährlich, das Speicherlimit hochzusetzen?
Ein maßvoll höheres Limit ist unbedenklich und oft die richtige Lösung. Problematisch ist nur, damit ein fehlerhaftes Plugin zu überdecken: Ein Skript mit Speicherleck verbraucht dann eben mehr, bevor es abbricht, und kann den Server stärker belasten. Wer immer wieder erhöhen muss, sollte die Ursache suchen.