WordPress-Backup wiederherstellen: so klappt es sicher
24. Oktober 2026
Ein Update ist schiefgegangen, die Seite zeigt nur noch eine Fehlermeldung, oder jemand hat versehentlich wichtige Inhalte gelöscht. Der naheliegende Gedanke: einfach das letzte Backup einspielen. Das ist oft richtig – aber nicht immer, und nicht ohne Vorbereitung.
Ein Backup ist kein Rückgängig-Knopf für einen einzelnen Fehler. Es ersetzt den kompletten Stand der Website durch einen älteren. Wer das ohne Plan tut, löst unter Umständen ein Problem und schafft dabei ein neues.
Schritt 1: Klären, was verloren geht
Bevor Sie irgendetwas einspielen, beantworten Sie eine Frage: Was ist zwischen dem Backup und heute auf der Website passiert?
- Onlineshop: Sind seit der Sicherung Bestellungen eingegangen? Diese wären nach dem Zurückspielen nicht mehr im System, obwohl Kunden bezahlt haben und eine Bestätigung erhalten haben.
- Formulare: Werden Anfragen in der Datenbank gespeichert, gehen neue Einträge verloren. Mails, die bereits verschickt wurden, bleiben natürlich in Ihrem Postfach.
- Inhalte: Neue oder geänderte Seiten, Beiträge, Bilder und Kommentare seit dem Backup.
- Benutzer: Neu angelegte Kundenkonten oder geänderte Passwörter.
Notieren Sie sich diese Punkte. Bei einem Shop exportieren Sie die neuen Bestellungen vorher oder halten sie zumindest fest, damit nichts untergeht.
Prüfen Sie außerdem, ob ein Backup überhaupt nötig ist. Hängt die Seite nach einem missglückten Update im Wartungsmodus oder ist ein einzelnes Plugin schuld, lässt sich das oft gezielter lösen. Wie das geht, steht im Ratgeber Wartungsmodus und kaputte Updates.
Schritt 2: Den aktuellen Stand trotzdem sichern
Klingt widersinnig, ist aber der wichtigste Schritt: Sichern Sie den jetzigen, defekten Zustand, bevor Sie ihn überschreiben.
Der Grund: Geht beim Wiederherstellen etwas schief oder stellt sich heraus, dass das Backup selbst unvollständig ist, haben Sie sonst gar nichts mehr. Außerdem lassen sich aus der Sicherung des aktuellen Stands später einzelne Inhalte herausholen, etwa die Bestellungen der letzten Tage.
- Dateien: Per FTP oder Dateimanager den kompletten Ordner der Website herunterladen, mindestens aber
wp-contentundwp-config.php. - Datenbank: Über phpMyAdmin im Kundenmenü des Hosters mit der Funktion Exportieren als SQL-Datei sichern.
Viele Hoster bieten auch an, im Kundenmenü eine manuelle Sicherung anzulegen. Das ist der bequemste Weg.
Schritt 3: Die richtige Backup-Quelle finden
Es gibt drei typische Quellen für eine Sicherung:
Backup des Hosters. Viele Hoster sichern Webspace und Datenbanken automatisch und bieten im Kundenmenü eine Wiederherstellung an. Oft können Sie wählen, ob Sie nur Dateien, nur die Datenbank oder beides zurückspielen. Wie lange diese Sicherungen aufbewahrt werden, unterscheidet sich je nach Anbieter und Tarif – im Zweifel beim Support nachfragen.
Backup-Plugin. Ist ein Plugin wie UpdraftPlus installiert, finden Sie die Sicherungen in dessen Einstellungen, bei UpdraftPlus unter Einstellungen → UpdraftPlus Backups. Dort lässt sich ein Backup auswählen und mit Wiederherstellen einspielen, wahlweise nur einzelne Bestandteile wie Datenbank, Plugins oder Uploads. Voraussetzung ist, dass Sie noch ins Backend kommen. Ist das nicht der Fall, laden Sie die Backup-Dateien aus dem externen Speicher herunter und spielen sie manuell ein.
Manuelles Backup. Haben Sie oder Ihr Dienstleister Dateien und eine SQL-Datei der Datenbank gesichert, spielen Sie beides selbst zurück: die Dateien per FTP, die Datenbank über phpMyAdmin mit der Funktion Importieren.
Prüfen Sie bei jeder Quelle das Datum der Sicherung. Gesucht ist der letzte Stand, an dem die Seite nachweislich noch funktioniert hat – nicht automatisch der neueste.
Schritt 4: In der richtigen Reihenfolge einspielen
Beim Hoster und bei Plugins läuft vieles automatisch. Beim manuellen Weg gehen Sie so vor:
- Wartungsmodus oder Sperre. Bei einem Shop verhindern, dass während der Wiederherstellung neue Bestellungen eingehen.
- Dateien zurückspielen. Den Inhalt des Website-Ordners durch die gesicherten Dateien ersetzen. Wichtig sind vor allem
wp-content(Themes, Plugins, Uploads) undwp-config.php. - Datenbank zurückspielen. In phpMyAdmin die bestehenden Tabellen der WordPress-Datenbank entfernen und die SQL-Datei importieren. Dieser Schritt überschreibt alle Inhalte – deshalb Schritt 2.
- Zugangsdaten abgleichen. Die Datenbank-Zugangsdaten in
wp-config.phpmüssen zur aktuellen Datenbank passen. Stimmen sie nicht, erscheint ein Fehler beim Aufbau der Datenbankverbindung. - Cache leeren. Cache-Plugin, Server-Cache des Hosters und den eigenen Browser, sonst sehen Sie womöglich noch den alten Zustand.
Verwenden Sie Dateien und Datenbank vom selben Zeitpunkt. Kombinieren Sie neue Plugin-Dateien mit einer alten Datenbank, passen gespeicherte Einstellungen und Programmversionen unter Umständen nicht zusammen.
Schritt 5: Danach gründlich prüfen
Sieht die Startseite wieder gut aus, ist die Arbeit noch nicht fertig. Gehen Sie die wichtigsten Punkte durch:
- Startseite und mehrere Unterseiten aufrufen, auch auf dem Smartphone.
- Ins Backend einloggen und prüfen, ob alles erreichbar ist.
- Kontaktformular einmal selbst absenden und den Eingang der Mail prüfen.
- Bei einem Shop: Testbestellung bis zur Zahlungsseite, Bestellübersicht im Backend prüfen.
- Bilder stichprobenartig ansehen – fehlende Uploads fallen sonst erst spät auf.
Danach holen Sie nach, was verloren gegangen ist: Bestellungen aus Schritt 1 nachtragen, neue Inhalte erneut anlegen. Und klären Sie, warum das Problem ursprünglich entstanden ist, sonst wiederholt es sich beim nächsten Update.
Achtung nach einem Hack
Wurde die Website gehackt, ist ein Backup kein schneller Ausweg. Zwei Gründe:
- Das Backup kann den Befall enthalten. Angreifer verstecken Schadcode oft lange, bevor er sichtbar wird. Ein Backup von letzter Woche kann deshalb bereits infiziert sein.
- Die Lücke bleibt offen. Selbst ein sauberes Backup enthält dieselbe veraltete Software oder dasselbe schwache Passwort, über das der Angreifer hereingekommen ist. Nach kurzer Zeit ist die Seite dann erneut befallen.
Klären Sie deshalb zuerst die Ursache, ändern Sie alle Passwörter und spielen Sie nach dem Wiederherstellen sofort alle Updates ein. Die vollständige Reihenfolge steht im Ratgeber Website gehackt – erste Hilfe.
Einzelne Seite oder Beitrag wiederherstellen
Fehlt nur eine einzelne Seite oder wurde ein Text versehentlich überschrieben, brauchen Sie kein komplettes Backup.
- Papierkorb: Gelöschte Seiten und Beiträge landen in WordPress zunächst im Papierkorb und bleiben dort standardmäßig 30 Tage. Unter Seiten bzw. Beiträge finden Sie oben den Link Papierkorb. Dort wählen Sie Wiederherstellen.
- Revisionen: WordPress speichert ältere Fassungen von Seiten und Beiträgen. Im Editor finden Sie in der Seitenleiste den Bereich Revisionen. Dort vergleichen Sie Versionen und stellen eine ältere wieder her. Ob und wie viele Revisionen gespeichert werden, kann per Einstellung eingeschränkt sein.
Umsetzungsplan
Sofort
- Notieren, was seit dem Backup passiert ist: Bestellungen, Formulareinträge, neue Inhalte.
- Prüfen, ob ein Backup wirklich nötig ist oder eine gezielte Reparatur reicht.
- Aktuellen Stand sichern – Dateien per FTP, Datenbank per phpMyAdmin-Export.
Danach
- Backup-Quelle wählen und das Datum des letzten funktionierenden Stands bestimmen.
- Dateien und Datenbank vom selben Zeitpunkt einspielen.
- Zugangsdaten in
wp-config.phpabgleichen und alle Caches leeren. - Seite, Backend, Formulare und Shop durchtesten.
- Verlorene Bestellungen und Inhalte nachtragen.
- Nach einem Hack: Ursache klären, Passwörter ändern, Updates einspielen.
Vorbeugen
- Automatische Backups einrichten, die auch außerhalb des Servers gespeichert werden.
- Vor jedem größeren Update eine manuelle Sicherung anlegen.
- Ein Backup regelmäßig testweise wiederherstellen – eine Sicherung, die sich nie bewährt hat, ist keine Sicherheit.
- Updates und Sicherungen in der Website-Pflege abgeben.
Wir stellen Ihre Website wieder her
Sie wissen nicht, welches Backup das richtige ist, kommen nicht ins Backend oder befürchten, dass die Seite gehackt wurde? Wir sichern den aktuellen Stand, prüfen die vorhandenen Backups und spielen die passende Sicherung sauber ein.
Wir übernehmen das für Sie
Schildern Sie kurz Ihre Situation – wir melden uns schnellstmöglich zurück.
Oder rufen Sie direkt an: 0 33 41 - 35 66 146.
Häufige Fragen
Gehen beim Wiederherstellen eines Backups Daten verloren?
Ja, alles, was seit dem Zeitpunkt des Backups hinzugekommen ist: neue Bestellungen, Formulareinträge, Kommentare, Beiträge, Benutzerkonten und hochgeladene Bilder. Deshalb sollten Sie vor dem Einspielen klären, was seitdem passiert ist, und den aktuellen Stand zusätzlich sichern.
Wo finde ich ein Backup meiner WordPress-Seite?
Viele Hoster erstellen automatisch Sicherungen, die Sie im Kundenmenü einsehen und zurückspielen können. Ist ein Backup-Plugin wie UpdraftPlus installiert, liegen die Sicherungen je nach Einstellung auf dem Server oder in einem externen Speicher wie Dropbox oder Google Drive. Fragen Sie im Zweifel beim Hoster nach, wie weit seine Sicherungen zurückreichen.
Reicht es, nur die Dateien oder nur die Datenbank zurückzuspielen?
Manchmal. Inhalte wie Seiten, Beiträge und Einstellungen stecken in der Datenbank, Bilder, Themes und Plugins in den Dateien. Wer beides zurückspielt, sollte Dateien und Datenbank vom selben Zeitpunkt verwenden, sonst passen etwa Plugin-Versionen und gespeicherte Einstellungen nicht zusammen.
Kann ich nach einem Hack einfach ein Backup einspielen?
Nicht ohne Prüfung. Ein Backup kann die Schadsoftware bereits enthalten, wenn der Befall älter ist als die Sicherung. Und selbst ein sauberes Backup schließt die Lücke nicht, durch die der Angreifer hereingekommen ist. Erst die Ursache klären, dann wiederherstellen und sofort alle Updates und Passwortwechsel nachziehen.
Wie hole ich eine einzelne gelöschte Seite zurück?
Dafür brauchen Sie meist kein Backup. Gelöschte Seiten und Beiträge landen zunächst im Papierkorb und bleiben dort standardmäßig 30 Tage. Wurde nur der Inhalt überschrieben, hilft die Revisionsfunktion im Editor, mit der Sie eine ältere Fassung wiederherstellen.