ChatGPT empfiehlt mich nicht: Ursachen und Lösung
16. September 2026
Der Ausgangspunkt ist meist eine Enttäuschung: Die Website ist neu, schnell und hübsch, die Leistungen stehen sauber drin – und trotzdem nennt ChatGPT bei „Wer macht das in meiner Region?“ drei Wettbewerber und Sie nicht.
Wie KI-Systeme Anbieter grundsätzlich auswählen und wie Sie Sichtbarkeit aufbauen, steht im Beitrag ChatGPT SEO und für die Google-Seite in Google AI Overviews & AI Mode. Hier geht es nur um die Fehlersuche: Warum passiert bei Ihnen konkret nichts?
Vorab: Ist das bei Ihnen überhaupt ein Problem?
Bevor Sie Zeit investieren, prüfen Sie die Voraussetzung. KI-Sichtbarkeit lohnt sich vor allem dort, wo Kunden vor der Anfrage recherchieren und ein einzelner Auftrag einen relevanten Betrag ausmacht. Bei niedrigen Auftragswerten oder reiner Laufkundschaft sind Local SEO und klassische Suchmaschinenoptimierung in der Regel die günstigeren Wege. Was KI-Sichtbarkeit kostet und wann sie sich rechnet, steht im Ratgeber Was kostet GEO?.
Wenn die Voraussetzung passt, arbeiten Sie die folgenden Stufen der Reihe nach ab. Eine gesperrte Seite macht alle späteren Maßnahmen wirkungslos.
Stufe 1: Kommt die KI überhaupt an Ihre Seite?
robots.txt – welche Bots Sie wirklich sperren
Öffnen Sie ihre-domain.de/robots.txt. Häufigster Fehler ist keine gezielte Sperre, sondern eine pauschale Regel für alle Bots, die vor Jahren gegen Scraper gesetzt wurde. Die Anbieter dokumentieren ihre Crawler inzwischen einzeln – und beschreiben ausdrücklich, was eine Sperre bewirkt:
| Crawler | Anbieter | Aufgabe | Folge einer Sperre laut Anbieter |
|---|---|---|---|
| OAI-SearchBot | OpenAI | ChatGPT-Suche | Die Website wird in den Antworten der ChatGPT-Suche nicht angezeigt, höchstens noch als Navigationslink. |
| ChatGPT-User | OpenAI | vom Nutzer ausgelöste Abrufe in ChatGPT und Custom GPTs | Seiten werden bei nutzerausgelösten Aktionen nicht abgerufen. |
| GPTBot | OpenAI | Training der Modelle | Inhalte fließen nicht ins Training – auf die Suche hat das keinen Einfluss. |
| Claude-SearchBot | Anthropic | Suchindex in Claude | Verhindert die Indexierung der Inhalte; das kann laut Anthropic Sichtbarkeit und Genauigkeit in den Suchergebnissen der Nutzer verringern. |
| Claude-User | Anthropic | Abruf bei Nutzerfragen | Anthropic kann Inhalte nicht mehr als Antwort auf eine Nutzerfrage abrufen. |
| ClaudeBot | Anthropic | Training der Modelle | Künftige Inhalte werden aus den Trainingsdaten ausgeschlossen. |
| PerplexityBot | Perplexity | Auffinden und Verlinken in Perplexity-Ergebnissen | Perplexity empfiehlt ausdrücklich, den Crawler zuzulassen; er trainiert laut Dokumentation keine Modelle. |
| Perplexity-User | Perplexity | nutzerausgelöster Seitenaufruf | Perplexity gibt an, dass robots.txt-Regeln hier in der Regel ignoriert werden, weil ein Nutzer den Abruf ausgelöst hat. |
Quellen: OpenAI-Dokumentation zu Bots, Anthropic-Hilfeartikel zu Crawlern, Perplexity-Dokumentation zu Crawlern. Stand September 2026.
Ein häufiges Missverständnis betrifft Google-Extended. Diese Kennung steuert laut Google nur, ob Inhalte für das Training künftiger Gemini-Modelle verwendet werden dürfen. Google schreibt dazu ausdrücklich, dass Google-Extended die Aufnahme einer Website in die Google-Suche nicht beeinflusst und kein Ranking-Signal ist. Wer Google-Extended sperrt, schließt sich damit nicht aus den AI Overviews aus – die hängen laut Google am normalen Index.
Zwei praktische Hinweise: Sie können Training und Suche getrennt steuern, etwa GPTBot sperren und OAI-SearchBot zulassen. Und OpenAI gibt an, dass es nach einer Änderung der robots.txt rund 24 Stunden dauert, bis die eigenen Systeme sie berücksichtigen. Was die einzelnen Direktiven bedeuten, steht im Lexikon unter robots.txt.
Firewall, CDN und Bot-Schutz
Die robots.txt ist nur die höfliche Bitte. Blockiert wird meist eine Ebene davor: WAF-Regeln, CDN-Bot-Schutz oder aggressive Sicherheits-Plugins sperren unbekannte User-Agents pauschal. Perplexity weist in der eigenen Dokumentation ausdrücklich darauf hin, die veröffentlichten IP-Bereiche des Crawlers freizugeben. Der verlässliche Test führt über die Server-Logdateien: Taucht der Crawler dort gar nicht auf, ist er nie durchgekommen.
Inhalte, die erst per JavaScript entstehen
Steht Ihr eigentlicher Text erst nach dem Ausführen von JavaScript im Dokument, ist er für viele Abrufe schlicht nicht da. Google arbeitet laut eigener Dokumentation in den drei Phasen Crawling, Rendering und Indexierung und stellt Seiten zum Rendern in eine Warteschlange – das kann laut Google Sekunden dauern, aber auch deutlich länger. Für die Crawler der KI-Anbieter gibt es keine vergleichbar detaillierte Angabe zum Rendering. Die sichere Seite: Was zählt, steht serverseitig im HTML. Prüfen lässt sich das mit „Seitenquelltext anzeigen“ – nicht mit dem Entwicklerwerkzeug, das bereits den fertig gerenderten Zustand zeigt.
Serverfehler und Weiterleitungen
Antwortet der Server zeitweise mit 5xx, läuft eine Seite über mehrere Weiterleitungen oder ist sie nur mit www erreichbar, während überall die Variante ohne verlinkt ist – dann scheitert der Abruf, bevor Inhalt eine Rolle spielt. Langsame Seiten sind dabei kein Nebenaspekt: Wie Sie daran arbeiten, steht in der Anleitung zur Website-Geschwindigkeit.
Stufe 1 in zwei Minuten prüfen: Unser kostenloser KI-Sichtbarkeits-Check ruft Ihre Seite und die robots.txt ab und zeigt, ob GPTBot, OAI-SearchBot, PerplexityBot, ClaudeBot und Google-Extended Zugriff haben, ob Organization- oder LocalBusiness-Auszeichnung vorhanden ist und ob Profile über sameAs verknüpft sind.
Stufe 2: Ist Ihr Unternehmen maschinenlesbar beschrieben?
Ein Crawler, der durchkommt, muss die Angaben noch zuordnen können. Drei Punkte entscheiden darüber:
- Strukturierte Daten. Organization-, LocalBusiness- und Service-Auszeichnung nach Schema.org beschreiben maschinenlesbar, wer Sie sind, was Sie anbieten und wo. Wichtig zur Einordnung: Google schreibt in seinem Leitfaden zu generativen KI-Funktionen, dass dafür kein spezielles Schema nötig ist. Strukturierte Daten sind also kein Schalter für KI-Nennungen, sondern die saubere Beschreibung Ihrer Entität – für Rich Results bleiben sie ohnehin sinnvoll.
- Konsistente Firmendaten. Weichen Schreibweise des Firmennamens, Adresse oder Telefonnummer zwischen Website, Google-Unternehmensprofil, Impressum und Verzeichnissen ab, entstehen mehrere unklare Identitäten statt einer.
- Verknüpfte Profile. Über
sameAsverbinden Sie Ihre Profile mit der Website. Erst das macht aus verstreuten Einträgen eine zusammenhängende Entität.
Die viel diskutierte llms.txt gehört ebenfalls hierher – aber mit realistischer Erwartung: Google gibt an, die Datei für die Suche nicht zu verwenden. Sie ist schnell erstellt und schadet nicht, ersetzt aber nichts. Wer sie trotzdem anlegen will, nutzt den llms.txt-Generator.
Stufe 3: Spricht außerhalb Ihrer Domain jemand über Sie?
Das ist der häufigste Grund, warum trotz guter Website nichts passiert. Bei einer Anbieterfrage braucht ein KI-System Quellen, die mehrere Anbieter vergleichen oder auflisten. Ihre eigene Leistungsseite sagt nur, dass Sie sich für geeignet halten – das sagt jede Leistungsseite.
Ein praktischer Test: Stellen Sie die Frage, die Ihre Kunden stellen würden, einmal selbst in eine klassische Suchmaschine – auch in Bing, weil OpenAI für die ChatGPT-Suche externe Suchanbieter nennt. Die Ergebnisseiten, die dabei erscheinen, sind ungefähr das Material, aus dem eine KI-Antwort entsteht. Fragen Sie sich dann: Kommt Ihr Name auf einer dieser Seiten vor?
Meist lautet die Antwort nein. Dann fehlen:
- Branchenverzeichnisse, die in genau diesen Ergebnissen auftauchen – nicht beliebige Kataloge.
- Bewertungsportale mit echten, aktuellen Bewertungen.
- Vergleichs- und Ratgeberartikel, die Anbieter Ihrer Kategorie nebeneinanderstellen.
- Fachbeiträge und Presse, in denen Sie namentlich im richtigen Zusammenhang vorkommen.
Die Arbeit an dieser Stufe ist die unbequemste und zugleich die wirksamste. Sie ist auch der Grund, warum das Anlegen einer Datei oder das Einbauen von Schema allein selten etwas ändert. Wie wir das systematisch aufbauen, steht auf der Seite GEO-Optimierung; der Backlink-Aufbau überschneidet sich dabei in Teilen.
Stufe 4: Beantwortet Ihr Inhalt die gestellte Frage?
KI-Systeme übernehmen Passagen, die für sich allein verständlich sind. „Wir sind Ihr kompetenter Partner rund um …“ ist nicht zitierfähig, weil darin keine überprüfbare Aussage steckt. Zitierfähig ist: welche Leistung, in welchem Gebiet, in welcher Preislage, für welche Art von Kunde, mit welcher Besonderheit.
Prüfen Sie Ihre wichtigsten Seiten mit einer einfachen Frage: Steht die Antwort im ersten Absatz – oder erst nach drei Absätzen Einleitung? Und: Beantworten Ihre Seiten die Fragen, die Kunden vor einer Anfrage stellen (Kosten, Ablauf, Unterschiede, Eignung), oder nur die, die Sie gern beantworten würden? Das ist kein KI-Trick, sondern eine Struktur, die auch Lesern hilft – Google betont ausdrücklich, für das Publikum zu schreiben und nicht für KI-Systeme.
Stufe 5: Messen Sie richtig – oder messen Sie Rauschen?
Viele „Wir werden nicht genannt“-Befunde beruhen auf einer einzelnen Stichprobe. Das reicht nicht: KI-Antworten schwanken je nach Formulierung, Standort, Gesprächsverlauf und Zeitpunkt. Ein belastbares Vorgehen sieht so aus:
- Feste Fragenliste, 10 bis 20 echte Kaufabsichts-Fragen, identischer Wortlaut bei jeder Messung.
- Mehrere Durchläufe je Frage in einem neuen Chat, damit Sie Zufall von Muster unterscheiden können.
- Mehrere Systeme – ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews –, weil sie unterschiedliche Quellen befragen.
- Screenshots zu jeder Frage; Antworten lassen sich später nicht rekonstruieren.
- Wiederholung nach einigen Wochen mit exakt denselben Fragen.
Entscheidend ist die Auswertung. Drei Muster, drei Diagnosen:
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|
| Es werden gar keine Anbieter genannt, nur allgemeine Tipps | Für diese Frage gibt es kaum Vergleichsquellen – oder die Frage ist zu allgemein gestellt |
| Immer dieselben Wettbewerber, Sie nie | Stufe 3: Die Wettbewerber stehen in den Quellen, Sie nicht |
| Jedes Mal andere Anbieter, Sie manchmal dabei | Keine gefestigte Quellenlage; Tendenz zählt, nicht der Einzeltreffer |
Ergänzend zeigt Google Analytics Besuche aus ChatGPT über den Parameter utm_source=chatgpt.com. Die Grundlagen der Messung stehen im Beitrag ChatGPT SEO, die Einrichtung von Search Console und GA4 im Ratgeber SEO-Erfolg messen.
Was sich nicht erzwingen lässt
Drei Punkte gehören zu jeder ehrlichen Beratung:
- Nennungen lassen sich nicht bestellen. Kein Anbieter steuert, was ChatGPT, Perplexity oder Gemini antworten. Möglich ist, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen und das Ergebnis nachprüfbar zu messen.
- Die Systeme antworten unterschiedlich. Wer in Perplexity erscheint, erscheint deshalb nicht automatisch in ChatGPT – die Indizes und Crawler sind verschieden.
- Wer feste Plätze verspricht, verspricht fremdes Eigentum. Zusagen kann man die Arbeit und die Messung, nicht das Ergebnis eines Modells, das man nicht betreibt. Weitere verbreitete Behauptungen prüft der Faktencheck zu Online-Marketing-Mythen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob KI-Systeme meine Website überhaupt abrufen dürfen? Rufen Sie ihre-domain.de/robots.txt auf und prüfen Sie, ob dort OAI-SearchBot, Claude-SearchBot oder PerplexityBot gesperrt sind – häufig über eine pauschale Regel für alle Bots. Achten Sie zusätzlich auf Firewall, CDN oder Bot-Schutz: Diese blockieren Crawler oft, ohne dass es in der robots.txt steht. Einen schnellen technischen Überblick gibt unser kostenloser KI-Sichtbarkeits-Check.
Ich werde in einem KI-System genannt, in einem anderen nicht. Warum? Weil die Systeme unterschiedliche Quellen befragen. OpenAI nennt für die ChatGPT-Suche einen eigenen Crawler und externe Suchanbieter, Perplexity und Anthropic betreiben jeweils eigene Crawler, und die Google AI Overviews arbeiten laut Google auf dem normalen Google-Index. Wer nur in einem Index sauber erfasst und erwähnt ist, erscheint auch nur dort.
Reicht eine gute Website, damit die KI mich empfiehlt? In den meisten Fällen nicht. Bei Anbieterfragen greifen KI-Systeme vor allem auf Seiten zurück, die über mehrere Anbieter sprechen: Verzeichnisse, Bewertungsportale, Vergleichs- und Fachbeiträge. Wenn dort niemand Ihr Unternehmen im passenden Zusammenhang nennt, fehlt dem System das Material – unabhängig davon, wie gut Ihre eigene Seite ist.
Warum bekomme ich bei derselben Frage jedes Mal andere Anbieter? KI-Antworten sind nicht deterministisch und hängen zusätzlich von Formulierung, Standort, Gesprächsverlauf und Zeitpunkt ab. Eine einzelne Stichprobe sagt deshalb wenig aus. Aussagekräftig wird es erst mit einer festen Fragenliste, mehreren Durchläufen je Frage und einer Wiederholung nach einigen Wochen.
Kann mein Bot-Schutz KI-Crawler blockieren, obwohl die robots.txt alles erlaubt? Ja, das ist ein häufiger Fall. Firewall-, CDN- und Bot-Schutz-Regeln greifen vor der robots.txt und sperren unbekannte Crawler pauschal. Perplexity weist in seiner Dokumentation ausdrücklich darauf hin, dass Betreiber die veröffentlichten IP-Bereiche des eigenen Crawlers freigeben sollen. Prüfen lässt sich das über die Server-Logdateien: Taucht der Crawler dort gar nicht auf, kommt er nicht durch.
Wie lange dauert es, bis Änderungen in KI-Antworten ankommen? Eine Freigabe in der robots.txt berücksichtigen die Systeme von OpenAI nach eigenen Angaben nach rund 24 Stunden. Bis neue Verzeichniseinträge, Bewertungen oder Fachbeiträge gecrawlt, indexiert und in Antworten verwendet werden, vergehen dagegen Wochen. Mit Ergebnissen innerhalb weniger Tage ist nicht zu rechnen.
Fazit
Arbeiten Sie die Stufen in dieser Reihenfolge ab – und springen Sie nicht. Erst Erreichbarkeit, dann maschinenlesbare Identität, dann Quellen außerhalb der eigenen Domain, dann passende Inhalte, dann eine Messung, die Schwankung von Abwesenheit unterscheidet. Wenn eine gute Website allein nicht reicht, liegt es fast immer an Stufe 3.
Ein verwandter Fall ist die klassische Suche: Warum Google Seiten gar nicht erst aufnimmt, steht im Beitrag Google indexiert meine Seiten nicht; wie Sie einen Rankingverlust systematisch eingrenzen, im Beitrag Rankings bei Google verloren. Begriffe von GEO über AI Overviews bis Google AI Mode erklären wir einzeln im Lexikon.
nova.02:media ist eine inhabergeführte Agentur aus Strausberg – Inhaber Marek Stein, seit 2002 am Markt, über 1.600 umgesetzte Projekte, deutschlandweit remote. Wenn Sie die Stufen nicht selbst durchgehen möchten: Der KI-Sichtbarkeits-Check für 149 € prüft 10 echte Kundenfragen in ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews mit Screenshot-Nachweis; das GEO-Setup für 1.890 € baut Entität, Antwortseiten und Off-Site-Signale auf und misst an Tag 0 und Tag 60 nach; das KI-Monitoring für 199 € im Monat beobachtet den Verlauf. Details unter GEO, KI-Leistungen und auf der Preisseite – oder Sie buchen direkt ein Erstgespräch über unsere Beratung.