Zahlungsarten im Onlineshop: Gebühren im Vergleich
16. September 2026
Zahlungsarten sind der unspektakulärste Teil eines Onlineshops – und einer der teuersten. Sie entscheiden zweimal über Geld: an der Kasse, wenn ein Kunde die gewohnte Zahlart nicht findet, und danach, weil jede Bestellung einen Prozentsatz vom Umsatz kostet.
Dieser Ratgeber sortiert beides: was deutsche Kunden erwarten, was die Anbieter aktuell verlangen, welche Zahlungsart welches Risiko trägt – und wie Sie die Zahlarten in WooCommerce und Shopify sauber einrichten.
Welche Zahlungsarten deutsche Kunden erwarten
Das EHI Retail Institute erhebt jährlich die Umsatzanteile der Zahlungsarten im deutschen Onlinehandel. Für die Studie „Online-Payment 2026“ wurden Umsatzangaben von 172 Händlern aus dem EHI-Panel ausgewertet. Die Anteile für das Jahr 2025:
| Zahlungsart | Umsatzanteil 2025 |
|---|---|
| PayPal | 28,7 % |
| Kauf auf Rechnung | 26,1 % |
| Lastschrift | 14,4 % |
| Kredit- und Debitkarten | 13,7 % |
| Ratenkauf | 4,7 % |
| Vorkasse | 3,5 % |
| Apple Pay | 1,3 % |
| Kundenkarten | 1,1 % |
| Sofortüberweisung | 0,9 % |
| Amazon Pay | 0,6 % |
| Sonstige | 0,9 % |
Quelle: EHI Retail Institute, Studie „Online-Payment 2026“, Umsatzanteile 2025, ausgewertet wurden Umsatzangaben von 172 Händlern aus dem EHI-Panel; öffentlich berichtet am 8. Mai 2026.
Zwei Dinge sind daran bemerkenswert. Erstens: PayPal und Rechnungskauf tragen zusammen mehr als die Hälfte des Umsatzes. Zweitens: Die Karte ist in Deutschland nicht die Leitwährung des Onlinehandels – sie legt laut EHI zwar zu, liegt aber weiter hinter dem Rechnungskauf.
Das Bild unterscheidet sich zudem nach Shopgröße: Bei kleineren und mittleren Shops wird häufiger mit PayPal bezahlt, die Karte spielt vor allem bei großen Shops eine Rolle. Für einen typischen KMU-Shop heißt das: PayPal ist kein optionales Extra. Dass eine zu knappe Auswahl an Zahlungsarten von Käufern zudem als Warnsignal gelesen wird, zeigt der Beitrag Fake-Shops erkennen.
Warum die fehlende Zahlart den Kauf kostet
Dass eine fehlende Zahlungsart Bestellungen kostet, ist im E-Commerce Allgemeinplatz – belastbare deutsche Zahlen dazu sind aber rar. Die am häufigsten zitierte Erhebung stammt vom Baymard Institute, das Gründe für Kaufabbrüche im Checkout erfasst. In der dort veröffentlichten Übersicht nennen 9 % der Befragten „zu wenige Zahlungsarten“ als Abbruchgrund. Deutlich schwerer wiegen unerwartete Zusatzkosten (40 %), ein erzwungenes Kundenkonto (18 %) und ein zu langer Checkout (17 %).
Wichtig zur Einordnung: Diese Werte stammen aus einer Befragung US-amerikanischer Online-Käufer und lassen sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen – schon weil der Rechnungskauf hier eine andere Rolle spielt. Die Richtung deckt sich trotzdem mit dem, was wir in Shop-Projekten sehen: Die fehlende Zahlart ist selten der größte Abbruchgrund, aber der am einfachsten zu behebende. Ein Formularfeld weniger im Checkout kostet Entwicklungszeit; eine zusätzliche Zahlungsart ist in einer Stunde eingerichtet.
Wenn Ihr Shop Besucher hat, aber kaum Bestellungen, lohnt vorher ein Blick auf die anderen üblichen Ursachen – gesammelt in Onlineshop läuft nicht: die häufigsten Gründe.
Gebührenvergleich: Was die Anbieter aktuell verlangen
Alle folgenden Sätze stammen von den Preisseiten der Anbieter, abgerufen am 16. September 2026. Preise ändern sich – prüfen Sie die Konditionen vor jeder Entscheidung direkt beim Anbieter.
PayPal
PayPal nennt auf der deutschen Händlergebühren-Seite für gewerbliche Inlandstransaktionen über PayPal Checkout 2,99 % + 0,39 € pro Transaktion. Dieselbe Gebühr gilt für Kartenzahlungen, die über PayPal abgewickelt werden, und für den Rechnungskauf mit Ratepay. Wer Geld für Waren und Dienstleistungen außerhalb des Checkouts empfängt, zahlt 2,49 % + 0,35 €; QR-Code-Zahlungen kosten 0,90 %. Für SEPA-Lastschrift nennt PayPal 0,35 € pro Transaktion.
Dazu kommen Aufschläge nach Herkunft: EWR +0 %, Großbritannien +1,29 %, alle übrigen Märkte +1,99 %. Eine Rückbuchung kostet 16 €. Auszahlungen auf ein lokales Bankkonto sind kostenlos.
Kreditkarte über Stripe oder Mollie
Hier wird es interessant, weil beide Anbieter nach Kartentyp differenzieren – und der Unterschied groß ist.
Stripe (Preisseite Deutschland): EWR-Standardkarten 1,5 % + 0,25 €, EWR-Premiumkarten 2,8 % + 0,25 €, Karten aus Großbritannien 2,5 % + 0,25 €, sonstige ausländische Karten 3,15 % + 0,25 €, Währungsumrechnung zusätzlich 2 %. SEPA-Lastschrift 0,35 €. Eine Zahlungsanfechtung kostet 20 € (bei erfolgreichem Widerspruch erstattet). Stripe wirbt damit, keine Einrichtungs- oder Monatsgebühren zu erheben.
Mollie (Preisseite Deutschland): Visa/Mastercard-Verbraucherkarten aus dem EWR 1,80 % + 0,25 €, kommerzielle EWR-Karten 2,90 % + 0,25 €, Nicht-EWR-Karten 3,25 % + 0,25 €, American Express 2,90 % + 0,25 €. SEPA-Lastschrift 0,35 €, SEPA-Banküberweisung 0,25 €. PayPal über Mollie kostet „PayPal-Gebühren + 0,10 €“. Auch Mollie nennt keine monatliche Grundgebühr.
Shopify Payments liegt dazwischen und koppelt die Gebühr an den Tarif: 2,1 % + 0,30 € im Basic-Tarif, 1,8 % + 0,30 € bei Grow, 1,6 % + 0,30 € bei Advanced, 1,3 % + 0,30 € bei Plus. American Express kostet 3,2 % + 0,30 € (Basic). Die vollständige Rechnung inklusive Tarifgebühren steht in unserem Ratgeber Shopify Kosten.
Klarna
Klarna ist der Sonderfall: Für Direktverträge gibt es keine öffentliche Preisliste – Klarna verweist für die Höhe der Gebühren auf die Vertragsunterlagen, abgerechnet wird über Abzüge von den Auszahlungen.
Über einen Zahlungsdienstleister gibt es dagegen feste und bemerkenswert einheitliche Sätze: Shopify 2,99 % + 0,35 € (Plus-Tarif 2,19 % + 0,35 €), Mollie 2,99 % + 0,35 €, Stripe „ab 2,99 % + 0,35 €“. Für kleine und mittlere Shops ist dieser Weg ohnehin der praktikablere.
Apple Pay und Google Pay
Beide Wallets sind keine eigene Zahlungsart, sondern eine andere Art, eine hinterlegte Karte zu übermitteln. Mollie schreibt dazu, die Rate „richtet sich nach verwendeter Kreditkarte“; bei Stripe und Shopify Payments werden Wallet-Zahlungen ebenfalls als Kartenzahlung abgerechnet. Heißt: Apple Pay und Google Pay kosten nichts extra – verkürzen den Checkout aber erheblich, besonders mobil.
SEPA-Lastschrift, Vorkasse und Rechnungskauf
SEPA-Lastschrift ist die mit Abstand günstigste elektronische Zahlungsart: 0,35 € pauschal bei Stripe, Mollie und PayPal, unabhängig vom Warenkorbwert. Bei 200 € Warenkorb zahlen Sie damit 0,35 € statt 3,25 € über PayPal Checkout.
Vorkasse per Überweisung kostet über den Zahlungsdienstleister praktisch nichts – Mollie nennt für die SEPA-Banküberweisung 0,25 €. Der Preis wird an anderer Stelle bezahlt: Vorkasse verlängert die Lieferzeit und ist erkennbar unbeliebt (3,5 % Umsatzanteil laut EHI).
Rechnungskauf liegt preislich oben, weil der Anbieter das Ausfallrisiko übernimmt: PayPal mit Ratepay 2,99 % + 0,39 €, Riverty und Billink über Mollie je 2,99 % + 0,35 €.
Die Übersicht
| Zahlungsart | Anbieter | Gebühr je Transaktion |
|---|---|---|
| PayPal Checkout (Inland) | PayPal | 2,99 % + 0,39 € |
| Kartenzahlung über PayPal | PayPal | 2,99 % + 0,39 € |
| Kreditkarte, EWR-Verbraucherkarte | Stripe | 1,5 % + 0,25 € |
| Kreditkarte, EWR-Verbraucherkarte | Mollie | 1,80 % + 0,25 € |
| Kreditkarte, EWR-Firmenkarte | Stripe / Mollie | 2,8 % / 2,90 % + 0,25 € |
| Kreditkarte, Nicht-EWR | Stripe / Mollie | 3,15 % / 3,25 % + 0,25 € |
| Kreditkarte online | Shopify Payments | 2,1 % + 0,30 € (Basic) bis 1,3 % + 0,30 € (Plus) |
| American Express | Shopify (Basic) / Mollie | 3,2 % + 0,30 € / 2,90 % + 0,25 € |
| Klarna | Shopify / Mollie / Stripe | 2,99 % + 0,35 € |
| Apple Pay / Google Pay | Mollie | wie die hinterlegte Karte |
| SEPA-Lastschrift | Stripe / Mollie / PayPal | 0,35 € |
| SEPA-Banküberweisung | Mollie | 0,25 € |
| Sofort | Shopify Payments | 1,4 % + 0,25 € |
| Rechnungskauf (Ratepay) | PayPal | 2,99 % + 0,39 € |
| Rechnungskauf (Riverty / Billink) | Mollie | 2,99 % + 0,35 € |
Alle Angaben: Stand September 2026, abgerufen am 16.09.2026 auf den Preisseiten von PayPal, Stripe, Mollie und Shopify. Vor der Entscheidung beim Anbieter prüfen.
Was der Zahlungsmix im Monat ausmacht
Rechnen wir das an einem Warenkorb von 80 € durch:
| Zahlungsart | Gebühr je Bestellung | bei 500 Bestellungen |
|---|---|---|
| SEPA-Lastschrift | 0,35 € | 175 € |
| Sofort (Shopify) | 1,37 € | 685 € |
| Kreditkarte EWR (Stripe) | 1,45 € | 725 € |
| Kreditkarte EWR (Mollie) | 1,69 € | 845 € |
| Kreditkarte (Shopify Basic) | 1,98 € | 990 € |
| Klarna | 2,74 € | 1.370 € |
| PayPal Checkout | 2,78 € | 1.390 € |
Zwischen SEPA-Lastschrift und PayPal liegen bei 500 Bestellungen im Monat rund 1.215 €. Das ist kein Argument gegen PayPal – wenn PayPal für ein Viertel Ihres Umsatzes sorgt, ist die Gebühr gut angelegt. Es ist ein Argument dafür, den Mix bewusst zu gestalten: die teuren Zahlarten anbieten, weil sie verkaufen, und die günstigen so präsentieren, dass sie auch gewählt werden. Die Reihenfolge im Checkout ist ein Conversion-Hebel wie jeder andere – siehe Conversion-Optimierung und Conversion Rate.
Risiko und Liquidität: der zweite Preis jeder Zahlungsart
Die Gebühr ist nur die eine Hälfte. Die andere ist die Frage, wer das Risiko trägt und wann Sie das Geld haben.
Vorkasse ist für Sie risikofrei: Sie versenden erst nach Zahlungseingang. Der Preis ist die Lieferzeit. Für hochpreisige oder individuell gefertigte Ware vertretbar, im Standardgeschäft kostet es Bestellungen.
Rechnungskauf dreht das um: Der Kunde bekommt die Ware zuerst. Entscheidend ist, ob Sie das Ausfallrisiko selbst tragen. Über Ratepay, Riverty oder Klarna übernimmt es der Anbieter – dafür kostet die Zahlart rund 3 % plus Fixbetrag. Wer selbst auf Rechnung liefert, spart die Gebühr und kauft sich Mahnwesen, Zahlungsausfälle und gebundenes Kapital ein. Wie Zahlungsart und Retourenverhalten zusammenhängen, steht im Beitrag Retouren im Onlineshop.
Rückbuchungen treffen vor allem Karten- und Lastschriftzahlungen, und die Gebühren dafür sind nicht klein: PayPal berechnet 16 € pro Rückbuchung, Stripe 20 € je Zahlungsanfechtung (bei erfolgreichem Widerspruch erstattet). Der eigentliche Schaden ist der Warenwert, wenn die Ware schon unterwegs ist.
Käuferschutz ist der Grund, warum viele Kunden PayPal wählen – und zugleich ein Verfahren, in dem Sie als Händler in der Nachweispflicht stehen. Bedingungen und Fristen stehen in den PayPal-Nutzungsbedingungen; lesen Sie sie, bevor Sie sie brauchen.
Auszahlungsfristen entscheiden über Ihre Liquidität. Stripe dokumentiert das transparent: Die erste Auszahlung dauert bei neuen Konten 7 bis 14 Tage; danach gilt in Deutschland zunächst ein Zeitraum von 7 Kalendertagen, der später auf 3 Werktage umgestellt wird. Bei anderen Anbietern variieren Rhythmus und Frist – prüfen Sie das im jeweiligen Konto, bevor Sie größere Wareneinkäufe planen.
Zahlungsarten in WooCommerce einrichten
WooCommerce bringt im Kern nur einfache Zahlungsarten mit: Vorkasse per Überweisung, Scheck und Nachnahme. Alles andere kommt über Erweiterungen.
Die gängigen Wege:
- PayPal: Die offizielle Erweiterung WooCommerce PayPal Payments ist im WordPress-Plugin-Verzeichnis kostenlos verfügbar und unterstützt PayPal, Kredit- und Debitkarten, Apple Pay, Google Pay, Pay Later und weitere lokale Zahlungsarten.
- Stripe: Deckt Karten, Apple Pay, Google Pay, SEPA-Lastschrift und Klarna über eine einzige Anbindung ab.
- Mollie: In Deutschland beliebt, weil viele lokale Zahlungsarten ohne Einzelverträge nutzbar sind – inklusive Rechnungskauf über Riverty oder Billink.
- SEPA-Lastschrift: günstig, braucht aber ein sauberes Mandatsverfahren. Klären Sie mit Ihrem Anbieter, wie Mandate erteilt, gespeichert und im Rückbuchungsfall nachgewiesen werden.
Diese vier Schritte werden am häufigsten übersprungen:
- Testmodus/Sandbox: Jede Zahlungsart einmal komplett durchspielen, inklusive Abbruch und Erstattung – nicht nur den Erfolgsfall.
- Webhooks prüfen: Ohne funktionierende Webhooks erfährt Ihr Shop nicht, dass eine Zahlung eingegangen, fehlgeschlagen oder zurückgebucht wurde. Bestellungen bleiben dann auf „wartend“ stehen, obwohl das Geld längst da ist.
- Bestellstatus zuordnen: je Zahlungsart festlegen, welcher Status wann gesetzt wird – bei Vorkasse „wartend“ bis zum Zahlungseingang, bei sofortigen Zahlungen „in Bearbeitung“.
- Nach jedem Update erneut testen: Bei Zahlungs-Plugins ist ein stiller Fehler am teuersten.
Ob WooCommerce oder Shopify die bessere Basis ist, klärt der Vergleich WooCommerce oder Shopify.
Zahlungsarten in Shopify einrichten
Bei Shopify ist die wichtigste Entscheidung schon vor der ersten Zahlungsart gefallen: Shopify Payments oder externer Anbieter?
Mit Shopify Payments decken Sie Karten, Apple Pay, Google Pay, Klarna und Sofort in einer Abrechnung ab, zu den oben genannten Sätzen. Nutzen Sie stattdessen einen externen Zahlungsanbieter, berechnet Shopify laut deutscher Preisseite eine zusätzliche Transaktionsgebühr von 2 % (Basic), 1 % (Grow), 0,6 % (Advanced) beziehungsweise 0,2 % (Plus) – und zwar zusätzlich zu den Gebühren des Anbieters selbst. Bei 25.000 € Monatsumsatz im Basic-Tarif sind das 500 € im Monat, allein für die Entscheidung, woanders abzurechnen.
Die Konsequenz: Was Shopify Payments kann, sollte über Shopify Payments laufen. Externe Anbieter lohnen sich meist nur für Zahlungsarten, die Shopify Payments nicht abdeckt – etwa bestimmte Rechnungskauf-Modelle.
Weiter zu beachten:
- Zahlungsarten je Land: Im Ausland sind andere Zahlungsarten üblich. Shopify erlaubt die länderspezifische Steuerung – nutzen Sie das, statt allen Kunden alles anzuzeigen.
- PayPal parallel: lässt sich zusätzlich aktivieren. Prüfen Sie im Konto, ob und wie die Fremdanbieter-Gebühr dabei greift, bevor Sie live gehen.
- Testbestellung: mindestens eine je Zahlungsart – und eine Stornierung inklusive Rückerstattung.
- Reihenfolge im Checkout: ist einstellbar und beeinflusst, welche Zahlart gewählt wird.
Wenn Sie den Shop nicht selbst aufsetzen wollen: Wir richten Shopify-Shops inklusive Zahlungsarten, Versandzonen und Rechtstext-Einbindung ein – Details unter Shopify einrichten lassen.
Rechtliches: drei Punkte, die Sie kennen sollten
Dieser Abschnitt benennt die Themen, er ersetzt keine Rechtsberatung. Lassen Sie Bestellprozess, Preisangaben und Zahlungsbedingungen vor dem Livegang anwaltlich prüfen.
Preisangabenverordnung (PAngV). Verbraucher müssen den Gesamtpreis sehen – inklusive Umsatzsteuer und zusätzlich anfallender Liefer- und Versandkosten. Was das für Ihre Produkt-, Warenkorb- und Checkout-Seiten konkret bedeutet, gehört in die anwaltliche Prüfung.
Aufpreise für Zahlungsarten. § 270a BGB erklärt eine Vereinbarung für unwirksam, „durch die der Schuldner verpflichtet wird, ein Entgelt für die Nutzung einer SEPA-Basislastschrift, einer SEPA-Firmenlastschrift, einer SEPA-Überweisung oder einer Zahlungskarte zu entrichten“ – bei Zahlungskarten, soweit Verbraucher betroffen sind und die Verordnung (EU) 2015/751 über Interbankenentgelte gilt. Für andere Zahlungsarten ist die Lage differenzierter. Wenn Sie über einen Aufpreis nachdenken, ist das der Punkt, an dem Sie anwaltlichen Rat einholen sollten.
Pflichtangaben im Bestellprozess. § 312j Abs. 1 BGB verlangt, „spätestens bei Beginn des Bestellvorgangs klar und deutlich anzugeben, ob Lieferbeschränkungen bestehen und welche Zahlungsmittel akzeptiert werden“. Absatz 3 regelt die Button-Lösung: Die Bestellschaltfläche muss gut lesbar „mit nichts anderem als den Wörtern ‚zahlungspflichtig bestellen’ oder mit einer entsprechenden eindeutigen Formulierung“ beschriftet sein. Welche Pflichten nach dem Kauf dazukommen, steht im Beitrag Widerruf, Gewährleistung und Haftung.
Welcher Zahlungsmix für welchen Shop?
Eine kaufmännische Faustregel, keine Rechtsregel:
- Kleiner Shop, Warenkörbe unter 100 €: PayPal plus Kreditkarte über einen Zahlungsdienstleister – deckt den Großteil ab, bei überschaubarem Aufwand.
- Mittlere Warenkörbe, Konsumgüter: zusätzlich Klarna oder Rechnungskauf. Die rund 3 % rechnen sich, wenn sie Bestellungen bringen, die sonst nicht zustande kämen.
- Hohe Warenkörbe, B2B, Stammkunden: SEPA-Lastschrift und Kauf auf Rechnung aktiv anbieten. Bei 300 € Warenkorb kostet die Lastschrift 0,35 € statt rund 9 € über PayPal.
- Individuelle oder hochpreisige Fertigung: Vorkasse ist legitim – dann transparent, mit klarer Angabe, ab wann die Lieferzeit läuft.
Prüfen Sie den Mix einmal im Jahr mit echten Zahlen: Welche Zahlart wurde wie oft gewählt, welche Gebühr fiel an, wo ist die Abbruchquote auffällig hoch? Wenn Sie dafür keine Auswertung haben, ist das der erste Punkt auf der Liste – Grundlagen dazu im Lexikon unter Absprungrate.
Umsetzung durch nova.02:media
nova.02:media ist eine inhabergeführte Webagentur aus Strausberg, geführt von Marek Stein, seit 2002 am Markt, über 1.600 umgesetzte Projekte, deutschlandweit remote. Shop-Funktionen sind ab dem Pro-Paket (1.499 €, einmalig, Shop bis 5 Artikel) enthalten, größere Sortimente decken XL (1.999 €), XXL (2.999 €) und VIP (3.499 €) ab. Die laufende Conversion-Optimierung – dazu gehört der Checkout – beginnt bei 199 € im Monat. Alle Pakete unter Preise, der Ablauf unter Onlineshop erstellen lassen. Alle Preise sind Endpreise ohne Umsatzsteuerausweis (Kleinunternehmer nach § 19 UStG).
Welche Zahlungsarten sich für Ihr Sortiment rechnen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch – siehe Beratung.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die PayPal-Gebühren für Händler? PayPal nennt auf der deutschen Gebührenseite für gewerbliche Inlandstransaktionen über PayPal Checkout 2,99 % plus eine Festgebühr von 0,39 € pro Transaktion. Dieselbe Gebühr gilt für Kartenzahlungen, die über PayPal abgewickelt werden, sowie für den Rechnungskauf mit Ratepay. Für „Geld für Waren und Dienstleistungen senden/empfangen“ außerhalb des Checkouts werden 2,49 % plus 0,35 € genannt, für QR-Code-Zahlungen 0,90 %. Bei Zahlungen aus Großbritannien kommen 1,29 %, aus allen übrigen Märkten 1,99 % hinzu, innerhalb des EWR nichts. Eine Rückbuchung kostet 16 €. Stand September 2026, abgerufen auf paypal.com/de.
Was kostet Klarna für Händler? Klarna veröffentlicht für Direktverträge keine allgemeine Preisliste – die Konditionen stehen laut Klarna in den jeweiligen Vertragsunterlagen. Wer Klarna über einen Zahlungsdienstleister anbindet, findet dort feste Sätze: Shopify nennt 2,99 % + 0,35 € (Plus-Tarif 2,19 % + 0,35 €), Mollie 2,99 % + 0,35 €, Stripe „ab 2,99 % + 0,35 €“. Stand September 2026, direkt beim jeweiligen Anbieter geprüft.
Welche Zahlungsarten sollte ein deutscher Onlineshop anbieten? Die EHI-Studie „Online-Payment 2026“ weist für 2025 folgende Umsatzanteile aus: PayPal 28,7 %, Rechnungskauf 26,1 %, Lastschrift 14,4 %, Kredit- und Debitkarten 13,7 %, Ratenkauf 4,7 %, Vorkasse 3,5 %, Apple Pay 1,3 %. Als Grundausstattung decken PayPal, Kreditkarte und eine Rechnungs- oder Ratenzahlung damit den größten Teil des Umsatzes ab. Welche Kombination für Ihren Shop sinnvoll ist, hängt von Warenkorbhöhe, Marge und Zielgruppe ab.
Darf ich für PayPal oder Kreditkarte einen Aufpreis verlangen? § 270a BGB erklärt Vereinbarungen für unwirksam, durch die ein Entgelt für die Nutzung einer SEPA-Basislastschrift, einer SEPA-Firmenlastschrift, einer SEPA-Überweisung oder einer Zahlungskarte verlangt wird – bei Zahlungskarten, soweit es sich um Verbraucher handelt und die Verordnung (EU) 2015/751 gilt. Für andere Zahlungsarten ist die Rechtslage differenzierter. Das ist keine Rechtsberatung: Lassen Sie geplante Aufpreise vor dem Livegang anwaltlich prüfen.
Was kostet ein externer Zahlungsanbieter in Shopify zusätzlich? Shopify berechnet bei Nutzung eines externen Zahlungsanbieters eine zusätzliche Transaktionsgebühr – laut deutscher Preisseite 2 % im Basic-Tarif, 1 % bei Grow, 0,6 % bei Advanced und 0,2 % bei Plus. Diese Gebühr kommt zu den Kosten des externen Anbieters hinzu. Bei 25.000 € Monatsumsatz im Basic-Tarif sind das 500 € im Monat zusätzlich. Stand September 2026.
Wie richte ich Zahlungsarten in WooCommerce ein? WooCommerce bringt im Kern einfache Zahlungsarten wie Vorkasse per Überweisung und Nachnahme mit; PayPal, Kreditkarte, Klarna oder SEPA kommen über Erweiterungen dazu. Die offizielle Erweiterung WooCommerce PayPal Payments ist im WordPress-Plugin-Verzeichnis kostenlos verfügbar und unterstützt unter anderem PayPal, Karten, Apple Pay, Google Pay und Pay Later. Wichtig sind drei Schritte, die häufig übersprungen werden: Zahlungen im Sandbox- beziehungsweise Testmodus durchspielen, die Webhooks prüfen und kontrollieren, dass jede Zahlungsart den Bestellstatus korrekt setzt.
Fazit
Zahlungsarten sind kein technisches Detail, sondern eine kaufmännische Entscheidung mit zwei Seiten: Jede zusätzliche Zahlart senkt die Hürde im Checkout und erhöht die Gebührenlast. Der Fehler ist selten, zu viele anzubieten – der Fehler ist, den Mix nie durchzurechnen.
Machen Sie es konkret: durchschnittlicher Warenkorb, Bestellzahl, die Sätze von oben – und Sie wissen, was Ihr Zahlungsmix im Jahr kostet. Danach entscheiden Sie, welche Zahlart Sie prominenter zeigen, welche Sie ergänzen und welche Sie sich sparen. Prüfen Sie die Sätze vor jeder Entscheidung direkt beim Anbieter; dieser Beitrag hat den Stand September 2026.