XML-Sitemap

Definition

Eine XML-Sitemap ist eine maschinenlesbare Datei, die Suchmaschinen die URLs einer Website und deren letztes Änderungsdatum nennt. Sie ist ein Vorschlag zum Crawlen und kein Indexierungsgarant — Google entscheidet weiterhin selbst, welche der gemeldeten Seiten abgerufen und aufgenommen werden; verlinkt wird die Datei in der robots.txt und zusätzlich in der Google Search Console eingereicht.

Aufbau und Grenzen

Eine Sitemap ist reines XML, UTF-8-codiert, mit absoluten URLs desselben Hosts:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <url>
    <loc>https://ihre-domain.de/leistungen/webdesign/</loc>
    <lastmod>2026-09-02</lastmod>
  </url>
  <url>
    <loc>https://ihre-domain.de/referenzen/</loc>
    <lastmod>2026-08-14</lastmod>
  </url>
</urlset>

Mehr braucht es nicht. <priority> und <changefreq> können Sie weglassen — Google wertet sie nicht aus. <lastmod> dagegen wird berücksichtigt, solange es tatsächlich den letzten inhaltlichen Änderungszeitpunkt bezeichnet.

Die harten Grenzen: 50.000 URLs und 50 MB unkomprimiert je Datei. Darüber hinaus arbeiten Sie mit mehreren Sitemaps und einer Indexdatei, die auf sie verweist. Jede URL muss außerdem zum selben Host gehören wie die Sitemap — eine Datei auf ihre-domain.de darf keine URLs von shop.ihre-domain.de enthalten.

Neben der klassischen URL-Sitemap gibt es Erweiterungen für Bilder, Videos und Nachrichten. Für die meisten Unternehmenswebsites sind sie überflüssig; relevant werden sie bei bildlastigen Shops und bei Videoinhalten, die in der Suche erscheinen sollen.

Was hineingehört und was nicht

Die Faustregel lautet: In die Sitemap gehören genau die Seiten, die Sie in den Suchergebnissen sehen wollen — und sonst nichts.

Gehört hineinGehört nicht hinein
Kanonische URLs mit Status 200Weiterleitungen (301/302) und Fehlerseiten
Indexierbare Seiten ohne noindexSeiten mit noindex
Seiten, die auf sich selbst kanonisierenSeiten mit Canonical-Tag auf eine andere URL
Eine Schreibweise je SeiteVarianten mit und ohne Slash, http und https
Inhaltlich eigenständige SeitenPer robots.txt gesperrte Pfade

Widersprüche fallen Google auf. Eine URL, die in der Sitemap steht und gleichzeitig ein noindex trägt, sendet zwei gegensätzliche Signale; dasselbe gilt für gesperrte Pfade, die trotzdem gemeldet werden. Das ist kein Beinbruch, aber es kostet Vertrauen in die Datei — und in der Search Console erscheinen entsprechende Hinweise.

Praktisch heißt das auch: Danke-Seiten, interne Suchergebnisse, Filterkombinationen, Paginierungsvarianten und Anhang-URLs aus dem Medienarchiv haben dort nichts verloren.

Einreichen und überwachen

Zwei Schritte, beide einmalig:

  1. In der robots.txt verlinken. Die Zeile steht außerhalb der User-agent-Gruppen und nennt die vollständige URL:
Sitemap: https://ihre-domain.de/sitemap_index.xml
  1. In der Google Search Console einreichen unter „Sitemaps”. Dort sehen Sie danach Status, Datum des letzten Abrufs und die Zahl der erkannten URLs.

Erzeugt wird die Datei in aller Regel vom System selbst: WordPress bringt seit Version 5.5 eine eigene Sitemap unter wp-sitemap.xml mit, SEO-Erweiterungen ersetzen sie meist durch eine eigene Indexdatei; Shopware und TYPO3 haben jeweils eigene Generatoren, und statisch gebaute Websites legen die Sitemap beim Build an. Wichtig ist nur, dass eine Variante aktiv ist — zwei konkurrierende Sitemaps auf derselben Domain führen zu widersprüchlichen Angaben. Übrigens liest nicht nur Google mit: Bing und weitere Suchmaschinen werten dieselbe Datei aus, einreichen lässt sie sich dort über die Bing Webmaster Tools.

Der eigentliche Nutzen entsteht erst danach: Im Bericht zur Seitenindexierung lässt sich nach einer eingereichten Sitemap filtern. Sie sehen dann direkt, wie viele der gemeldeten Seiten tatsächlich im Index sind und mit welcher Begründung die übrigen fehlen. Diese Gegenüberstellung — gemeldet gegen indexiert — ist eine der schnellsten Diagnosen überhaupt. Wie die Meldungen zu lesen sind, steht unter Indexierung.

Häufige Fehler

  1. Die Sitemap wird nicht aktualisiert. Statisch exportierte Dateien veralten innerhalb von Wochen. Lassen Sie die Datei vom System erzeugen, nicht von Hand pflegen.
  2. Alle Seiten tragen dasselbe lastmod. Ein Datumsstempel, der sich täglich für die gesamte Website ändert, ist wertlos.
  3. Nach einem Relaunch zeigt die Sitemap auf alte URLs. Der Klassiker — gehört auf jede Relaunch-Checkliste, zusammen mit Weiterleitungen und Canonicals.
  4. Die Sitemap ist selbst gesperrt oder liefert einen Fehler. Prüfen Sie, dass die Datei ohne Login erreichbar ist und Status 200 mit dem Content-Type application/xml zurückgibt.

Ob Sitemap, Statuscodes und Indexabdeckung bei Ihnen zusammenpassen, prüfen wir im SEO-Audit — dort fällt auch auf, wenn gemeldete und indexierte Seiten weit auseinanderliegen.

Häufige Fragen zu XML-Sitemap

Garantiert die Sitemap, dass meine Seiten indexiert werden?

Nein. Die Sitemap ist ein Hinweis, welche URLs es gibt und wann sie zuletzt geändert wurden. Ob Google eine Seite abruft und in den Index aufnimmt, entscheidet Google weiterhin selbst — vor allem anhand von Inhalt, interner Verlinkung und Duplikatssignalen. Eine Seite, die aus inhaltlichen Gründen nicht aufgenommen wird, kommt auch über die Sitemap nicht hinein.

Braucht eine kleine Website überhaupt eine Sitemap?

Zwingend nötig ist sie nicht. Bei einer sauber verlinkten Website mit zwanzig Seiten findet Google alles auch ohne. Nützlich wird sie bei neuen Domains ohne eingehende Links, bei sehr großen Seitenmengen, bei Seiten, die nur über Filter erreichbar sind, und als Kontrollinstrument: In der Search Console lässt sich die Indexabdeckung nach Sitemap filtern.

Wertet Google priority und changefreq aus?

Nein. Beide Angaben werden von Google ignoriert — sie stammen aus der Anfangszeit des Protokolls und wurden zu häufig falsch gepflegt. Das Datum in lastmod wird berücksichtigt, aber nur, wenn es konsistent und ehrlich ist. Wer bei jedem nächtlichen Cache-Lauf alle Seiten auf das aktuelle Datum setzt, entwertet das Signal für die gesamte Domain.

Wie viele URLs passen in eine Sitemap-Datei?

Eine einzelne Sitemap darf höchstens 50.000 URLs enthalten und unkomprimiert nicht größer als 50 MB sein. Bei mehr Seiten legen Sie mehrere Dateien an und verweisen über eine Sitemap-Indexdatei darauf — genau das erzeugen gängige Systeme automatisch, meist unter sitemap_index.xml. Gzip-Komprimierung ist erlaubt und ändert nichts an den Grenzwerten.

Zuletzt geprüft am 16. September 2026 von Marek Stein, Inhaber von nova.02:media.

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